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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 70

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 70 (sequence 3)
Language
German
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— 70 — bringen. Es wäre mithin sehr töricht, wenn die Kolonisten auf den Ertrag dieser Gemüsekultur verzichteten, weil auch die. Oliven Ertrag bringen. Dass die Herren Trietsch und Dr. Oppenheim er ihren Kolonisten zumuten, auf die Hälfte des Ertrages ohne Grund zu verzichten, konnte ich nicht annehmen und nehme ich auch jetzt nicht an. Die Herren wissen nur nicht genau, was sie wollen, und sind in ihrer Erwiderung etwas verwirrt." Herr Bambus hat also von landwirtschaftlichen Dingen so wenig begriffen, dass er meint, es sei dem Boden gleich, ob Fruchtbäume eben erst beginnen zu tragen, oder ob sie in voller Entwicklung stehen. Er versteht nicht, dass ein junges Bäumchen dem Boden weniger entzieht als ein voll ausgewachsener Baum.---Es kommt aber noch besser: Herr Bambus hat ein ganz besonderes Interesse an der palästinensischen Kolonisation, derart, dass die ungesundeste Ansiedelung im heiligen Land ihm lieber ist, als die rationellste Tätigkeit in dem nahegelegenen Cypern. Gegen weiter entlegene Länder hat er merkwürdigerweise nichts einzuwenden. Es ist mir nicht bekannt, dass er, der Palästinazelot, sich gegen das Kolonisationswerk der J. C. A. in Kanada und Argentinien, ja nicht einmal gegen die Warburgsche Kolonisation in Anatolien, ereifert hätte. Die Abneigung des Herrn Bambus gegen das schöne Cypern kann mit reinen Verstandesgründen oder mit sachlichen Argumenten nicht erklärt werden. Man sollte meinen, ein Land in nächster Nähe Palästinas, das die gleichen klimatischen und Bodenverhältnisse aufweist und sich wesentlich von Palästina nur durch alle die Vorteile unterscheidet, die eine englische Administration gegenüber dem türkischen System mit sich bringt, sollte für jeden gesunddenkenden Freund jüdischer Kolonisation im Orient ein ideales Arbeitsgebiet darstellen; besonders im Hinblick darauf, dass ein Anfang der Tätigkeit in Cypern uns Palästina räumlich und zeitlich näher bringt. Wird Palästina uns einmal erschlossen, so wird die Vorarbeit in dem nahen Cypern uns von aller grösstem Nutzen gewesen sein. — — Herr Bambus geht nun so weit, dass er sich folgende Auslassung leistet: „Angeblich rechnen die deutschen Kolonisten für einen Hektar Olivenpflanzung 1600 M. Ertrag. Möglich, aber dies ist der Bruttoertrag. Davon gehen die Betriebskosten, die 121/2% Ertragsteuer und vor allem die Baumsteuer, die 4—5 M. pro Baum beträgt, ab. Nun gibt es aber eine sichere Beurteilung dieser Angaben. Die deutschen Kolonisten berechnen in ihren eigenen Veröffentlichungen (siehe Said Ruete, Grote etc.) den Wert eines Hektars Olivenbäume mit 3000 M., die Reineinnahme nur mit 150—300 M. — Richtig ist, dass in

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