Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 69 — Terhältnis, wie wir es hier in Palästina sehen, ist bei weitem zu gross! Und in Argentinien ist es nicht wesentlich anders. Die Rothschildsche und Hirschsche Kolonisation waren also eine •der schlechtesten Kapitalsanlagen, die man sich denken kann. — In •dem dagegen, was der Prospekt der Jüdischen Orient-Kolonisations- Gesellschaft sagt, sehen einige eine so brillante Kapitalsanlage, dass sie unseren Plan für schwindelhaft halten, weil sonst das Grosskapital sich längst dieser Chancen bemächtigt hätte. Der grundlegende Fehler dieser Kritik beruht darin, dass der Kritiker unseren Prospekt nicht verstanden hat. Wir sagen, dass man bei intensiver Kultur aus einem Hektar Land den Unterhalt einer Familie herauswirtschaften , kann. Wir haben das in, die Worte gekleidet, dass 1 ha Land jährlich mindestens 500 M. per Hektar ergeben kann, und dass dieser Betrag hinreicht, um eine Bauernfamilie im Orient zu ernähren. " Unser Kritiker hat uns dahin missverstanden, dass man mit dem von uns angegebenen Anlagekapital von einigen 100 M. (für Land und Vorarbeiten) einen kapitalistischen Ueberschuss von 500 M. jährlich erzielen könne. Während unser Prospekt für jeden Kenner landwirtschaftlicher Dinge doch nur sagt, dass unsere Bauern, für ihrer Hände Arbeit auf 500 M. jährlich, würden rechnen können. Der Einwand, dass das Grosskapital sich ^der von uns gezeigten Chance längst bemächtigt hätte, wenn die .Chance da wäre, ist also ebenso hinfällig, wie es undenkbar .wäre, dass ein Krösus, der mittelst unserer Methoden noch grössere Reichtümer, aufhäufen wollte, die grossen Flächen Landes, die er zu dem Zweck ankaufen müsste, selbst bebauen könnte. Dass wir auf Baumkultur als einen verhältnismässig leichten landwirtschaftlichen Erwerb hinweisen, der sich für das wenig muskelstarke jüdische Emigrantenmaterial besonders eignet, ändert nichts Wesentliches an der Sache, sondern macht ' die Methode für . unseren speziellen schwierigen Fall nur um so geeigneter. * * . . * Aber auch mit dem schweren Geschütz sogenannter Fachkenntnis ist man gegen den Plan der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft aufgetreten. Herr Bambus hat uns eine ganze Liste grober Fehler „nachgewiesen". Auf die verdiente Abfertigung hin hält er zwar keine seiner zahlreichen früheren Behauptungen aufrecht, kommt aber dafür mit neuen Einwänden, für die ich ihm hier fast meinen Dank abstatten sollte. Klarer nämlich hätte ich seine blindwütige Unkenntnis, von der ich längst überzeugt war, nicht nachweisen können, als er es selbst hier tut. Er sagt wörtlich: „Ist interkaläre Gemüsekultur möglich, nachdem achtjährige Bäume angepflanzt sind, so ist sie auch möglich, sobald diese vollen Ertrag