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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 68 (sequence 1)
Language
German
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— .6 8 - DIE JUEDISCHE ORIENT-KOLONISATIONS¬ GESELLSCHAFT. Von Davis Trietsch. Sonder-Abdruck nach No. 29 der Israelitischen Wochenschrift. Die „Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft" ist in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits Gegenstand mehrfacher Angriffe geworden,, die zum Teil auf Kritiker zurückgehen, die sich von jeder Sachkenntnis frei wissen, und zum Teil auf solche, die sich einbilden, sie zu besitzen. Das ist so befremdlich nicht, wenn man bedenkt, dass wir Juden in Kolonisationsdingen noch ziemlich neu sind, und dass es selbst mit der Sachkenntnis unserer Fachleute recht schlecht bestellt ist. Beweis: die Entwicklung und der Zustand der Kolonien in Argentinien und Palästina. So kommt es, dass von mehreren Seiten der Prospekt der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft scharf angegriffen wurde,, weil er dem, was man von jüdischer Kolonisation bis jetzt zu hören pflegte, so gar nicht entsprach. Man war sich nicht klar darüber, dass der Prospekt in den Papierkorb gehören würde, wenn er der bisherigen jüdischen Kolonisation entsprochen hätte. — — Die argentinische Kolonisation, ebenso wie die .palästinensische,, krankten an einem Ueberfluss an Geld und einem Defizit an Kenntnis und Tüchtigkeit der Administration. Wenn die 5000 Kolonisten Palästinas (5000 ist die Seelenzahl) ausser dem eigenen Geld, das viele hatten, und ausser den Unterstützungen von anderer Seite, allein den Baron Rothschild über 50 Millionen Francs gekostet haben, so muss sich jeder, der rechnen kann, sagen, dass die Kolonisation die schlechteste Anlage für das Geld war. In einem Lande, in dem der Zinsfuss so» hoch, und der Lebensunterhalt so billig ist wie im Orient, hätte die fünf- bis zehnfache Bevölkerung von den Zinsen allein auskömmlich — leben können, ohne dass das Kapital verloren werden musste, wie es wenigstens mit dem weitaus grössten Teil dieser Rothschild'schen Millionen — auf dem Kolonisationswege geschehen ist. Ich gebe zu, dass die Ueberführung von Juden zur Landwirtschaft eine Aufgabe ist, die Opfer wohl rechtfertigen kann; aber ein Miss-

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