Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Der getreue Eckart
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379795-2380701--00522-2380813- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 65 - per Baum, d. h. 500 Mark für 100 Bäume des Hektars rechnen. (Die deutschen Kolonisten in Palästina rechnen 1600 Mark per Hektar.) b) Herr Bambus scheint bestreiten zu wollen, dass Oliven im dritten Jahre überhaupt eine, wenn auch noch so kleine Ernte liefern. Er hat wieder Recht, weil er nicht lesen kann. Für jeden Sachkenner geht klar aus dem Prospekt hervor, dass wir nicht Samen oder fingerlange Stecklinge, sondern ca. 8jährige Bäume pflanzen wollen, die bereits ein bis zwei Jahre okuliert sind. In der Rentabilitätsberechnung steht nämlich unter einmalige Ausgaben'*: ,,100 Bäume inkl. Pflanzen 100 Mark. Olivenkerne oder Stecklinge kosten aber nicht eine Mark pro Exemplar! Unsere Ernte im dritten Jahre wird also gewonnen von ca. elfjährigen Bäumen drei Jahre nach ihrer Umpflanzung. Da Herr Bambus selbst angiebt, dass „man im ganzen Orient eine Frist von 10—12 Jahren rechnet, bis der Oelbaum Ertrag bringt'4, so löst sich dieses Rätsel der Natur höchst befriedigend auf. Herr B. hätte die Lösung selbst finden können, da eine Fussnote des Prospektes die Nicht-Sachverständigen auf einen 16 Seiten langen Artikel der Zeitschr. Palästina hinweist. Es ist sehr auffallend, dass unser strenger Kritiker zwar liest, was nicht gedruckt ist, aber nicht liest, was gedruckt ist. 3. Ganz kurz noch einige Hinweise. Herr Bambus meint, junges Gemüse Hesse sich aus dem Orient nicht ausführen, weil es auf der Seefahrt verdirbt. Der Prospekt spricht wohl von Export, aber nicht von Export nach Westeuropa. Wir denken speziell an einen Export nach Aegypten, und zwar nicht zum wenigsten nach den Schiffahrts- Stationen am Suez-Kanal, woselbst für die durchpassierenden Schiffe ein sehr erheblicher Bedarf vorliegt. Die Anlegung von Konserven- Fabriken für die Verarbeitung streift Herr Bambus selbst, freilich ohne die Konsequenzen daraus zu ziehen. « 4. Was den Wasserbedarf bei Gemüsebau betrifft, so hätte Herr Bambus nicht so Unrecht, wenn wir verpflichtet wären, unsere Kolonisation da zu betreiben, wo in der That der Wassermangel namhafte Aufwendungen an Brunnehanlagen und Motoren erfordert. 5. Auch die Steuern und Abgaben, die bei Herrn Bambus ,,gerade bei der Oelbaum-Kultur sehr erhebliche sind", kommen in bestimmten Gegenden, wie Herr Bambus freilich nicht weiss, in FortfalL Endlich sei noch darauf hingewiesen, dass der Prospekt den Zweck der Gesellschaft wörtlich so bezeichnet: „Der Gegenstand des Unternehmens ist: Genossenschaftlicher Landwirtschaftsbetrieb im Orient in Verbindung mit industrieller und kommerzieller Verwertung landwirtschaftlicher Produkte. Hauptsächlich ist intensive Landwirtschaft 5