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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 61

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
I. Bericht der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 61 (sequence 3)
Language
German
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- 61 — Zunächst wurde in der „Israelitischen Wochenschrift'' unser Unternehmen an einer Weise angegriffen, zu der wir nicht schweigen konnten. Infolge eingeleiteten schiedsrichterlichen Sühne Versuches erfolgte nicht nur die Erklärung, -dass mit qu. Aeusserungen keiner der Gründer getroffen werden sollte etc., -sondern es wurde uns die Gelegenheit gegeben, in einem speziellen Artikel alle in dieser Zeitung infolge von Unkenntnis erfolgten Angriffe zu widerlegen. Dieser von Herr Trietsch abgefasste Artikel ist in Sonderabdruck unseren Mitgliedern zugegangen und auch in anderer Art zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gebracht worden. Ganz eigenartig verhielt man sich von mancher zionistischen Seite zu unserem Unternehmen. Obwohl wir dasselbe weder als zionistisch noch antizionistisch bezeichnet, sondern immer speziell betont, dass wir alle Kreise «der Judenheit zu unserem sozialen Hilfswerke heranzuziehen beabsichtigen, erfolgte doch seitens der deutschen Zentrale in Köln ein Communique mit der selbstverständlichen Erklärung, dass unsere Gesellschaft keine zionistische sei und vor einer Beteiligung, weil dem Baseler Programm zuwider nicht aui öffentlich rechtlich gesicherter Heimstätte begonnen werden solle, seitens der Zionisten gewarnt. Von demselben Komitee wurde auch an sämtliche Vorstände der Distriktkomitees ein Erlass gerichtet mit derselben Verwarnung, ausserdem ein scharler Tadel für die Breslauer zionistische Ortsgruppe, weil sie sich an der Förderung unserer Ziele beteiligt habe. Noch sonderbarer gerierte sich die Ortsgruppe in Mannheim. Dort hatte unser Herr Trietsch während einer Tournee durch Süddeutschland einen Vortrag über jüdische Emigration gehalten, infolge deren folgende Resolution gefasst wurde: „Die Mannheimer Ortsgruppe begrüsst die Gründung der Jüdischen Orient-Gesellschaft und die Inangriffnahme der praktischen Kolonisationsarbeit in und um Palästina und ist bereit, für diese Bestrebungen zu agitieren und zu arbeiten." Diese Resolution wurde in einer späteren Versammlung revoziert. Ein recht charakteristisches Schreiben empfingen wir von einem Kellermeister aus Ungarn, als das qu. Communique auch in dem Zentralorgan der Zionisten, „Die Welt" erschienen waT. Der qu. Herr zeichnete zwei Anteile und schreibt: „Ein Aufruf vom „Zionistischen Verein Deutschland" in „Die Welt" veröffentlicht, dass Ihre Gesellschaft nicht gemein mit den Zionisten und nicht auf der Basis: „Rechtlich gesicherte Heimstätte", mögen sich Zionisten fernhalten und Ihre Kräfte nicht zersplittern! Erlaube bloss die Anfrage an löbliche Gesellschaft zu machen, wenn die Zionisten ihr Ziel erreicht, ob nicht auch der gewonnene Boden von Ihrer Gesellschaft in Palästina eventuell diesen Charakter erreicht? Zu was sonach bei allen Bestrebungen die Reibereien? Hoffentlich wird sich dieses ändern bei uns Juden, so nur die Allmacht den Weg ebnen, wie immer oder welcher Art zur Selbsthilfe werden wir den Frieden zu schätzen wissen, dessen Gegenteil zu unserem Nachteile noch immer gewesen. Zur Schmach und Schande gereicht dem Volke, dem der Friede zum Hauptsegen erteilt worden!!! . .

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