Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- I. Bericht der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379795-2380700--00516-2380808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 60 — Die Gesellschaft steht mit verschiedenen Vereinen und Gruppen in Russland und Rumänien, die in corpore beizutreten beabsichtigen, in Unterhandlungen. Mit dem Erfolge unserer bisherigen Arbeit können wir als einem Anfang ganz zufrieden sein. Das soll uns indes ein doppelter Ansporn sein, nach der Reisesaison, welche eine unliebsame Unterbrechung verursachte, mit erneuten Kräften die Propaganda zu betreiben. Um die Reisezeit nicht ganz ungenutzt vorübergehen zu lassen, Hessen wir in den Böhmischen Bädern einiges einleiten. Wir hoffen, dass dies eine wirksame Vorbereitung für die verschiedensten Distrikte sein wird. Wir werden auch nach Möglichkeit die Gelegenheit des Baseler Kongresses benutzen, um dort Propaganda für unsere Gesellschaft zu machen. Es sind uns nun von fern und nah die sympathischesten Zustimmungen für unser soziales Werk kundgegeben worden, ein Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Wege uns befinden. Namentlich hat man in den Ländern, in welchen die Juden zur Zeit den härtesten Bedrückungen ausgesetzt sind, unser Vorgehen freudig begrüsst, aber auch andere Kreise kargten nicht mit ihrer Anerkennung und Unterstützung. Als charakteristisches Beispiel möge ein Zirkular seitens des Israelitischen Konsistoriums für Lothringen an seine Gemeindemitglieder im Wortlaut hier angeführt sein. „Von der Alliance Israelite sowohl als auch von den Zionisten wurden Vorschläge und Projekte gemacht, um die unglücklichen, armen, verfolgten Juden in Russland, Rumänien etc. als Ackerbauer in Palästina oder Argentinien anzusiedeln. Weder die Alliance Israelite, noch die Zionisten haben praktische und realisierbare Vorschläge gemacht. Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft in Berlin sandte inliegenden Prospekt, welchen Sie gefl. prüfen wollen; wir hoffen, dass dieses Unternehmen Ihren Beifall findet, da dies das einzig praktische und erfolgreiche ist. Wir beabsichtigen vorderhand einen Geschäftsanteil ä 100 M. zu nehmen, wozu 20 Teilnehmer zu 5 M. erforderlich sind. Wir bitten des guten Zweckes halber um Ihre gefl. einmalige Zeichnung von 5 M. Mehrere Metzer Bürger."*) Aber auch an scharfer Kritik von sogenannten Fach- und anderen Leuten hat es nicht gefehlt. Wenngleich wir für jede Anregung, welche unsere Zwecke zu fördern in der Lage ist, stets dankbar sein werden, so lassen wir uns auf dem infolge reiflicher Erwägung und Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse als richtig erkannten Wege nicht irre machen, haben uns vielmehr mit dem alten Sprichworte: „Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen" über die erfolgten gehässigen. Angriffe zu trösten gewusst. *) Dies wurde auf unseren Hinweis auf den geschäftsmässigen Charakter unseres Unternehmens und auf das Genossenschaftsgesetz in eine reguläre Zeichnung umgewandelt.