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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 59

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
I. Bericht der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 59 (sequence 1)
Language
German
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— 59 — I. BERICHT DER JUEDISCHEN ORIENT- KOLONISATIONS - GESELLSCHAFT, E. Q. M. B. H. ZU BERLIN. Unsere Genossenschaft wurde am 25. Februar 1902 handelsgerichtlich -angemeldet und nach Erledigung der notwendigen Formalitäten am 30. März 1902 in das Handelsregister eingetragen. Die Veröffentlichung der Eintragung wurde Mitte April bewirkt und nach dieser konnte die Propaganda für die Genossenschaft ins Werk gesetzt werden. Der ersten Auflage des Prospektes liessen wir bald eine zweite folgen. Der Inhalt desselben erfuhr eine eingehendere Auseinandersetzung bezüglich der Absichten und des Vorgehens der Gesellschaft. Wegen der stark für uns in Betracht kommenden Kreise in Russland, Rumänien, Galizien etc. liessen wir Prospekte in Jargon und Hebräisch herstellen, deren Versand jetzt in Angriff genommen wird. Die Uebertragung ins Englische und Französische erfolgt gleichfalls in kurzem, so dass nach Beendigung der Reisesaison die Propaganda in grösserem Umfange einsetzen kann. Die letztere hat in der ersten Zeit besonders in Breslau und Schlesien Resultate gehabt. Freilich haben wir dort auch besonders stark gearbeitet, da wir erst an einem Bezirk einen Massstab für weitere Arbeit gewinnen wollten. Speziell in Breslau war seitens unseres Geschäftsführers Herrn Brisch, der dort eine Obstbaugenossenschaft ins Leben zu rufen beabsichtigt hatte, gut vorgearbeitet worden. Anfang Mai hielt unser Vorstandsmitglied Herr Trietsch daselbst einen Vortrag über jüdische Emigration und Kolonisation. Zu diesem Zwecke hatte sich ein Komitee aus den Herren Prof. Dr. Badt, Seminardozent Dr. Brann, Leo Grünthal, Rabbiner Dr. Guttmann, Justizrat Dr. Kempner, Josef Kober, Rabbiner Dr. Rosenthal, Dr. Paul Schottländer und Direktor Heinrich Urbach gebildet. Für das Zustandekommen dieser Versammlung sei dem Breslauer Komitee hier unser Dank abgestattet ganz speziell aber fühlen \ wir uns den Herren Prof. Dr. Badt, Grünthal und Rabbiner Dr. Guttmann verpflichtet, welche es sich ganz besonders angelegen sein Hessen, das Interesse für unsere Intentionen wachzurufen. Der Erfolg dieser Versammlung war ein sehr guter. Infolge der dann einsetzenden persönlichen Propaganda traten viele der Gesellschaft bei, so dass sich in Breslau zur Zeit schon eine recht grosse Anzahl Mitglieder befinden. Um die Einzahlung von Geldern und besonders auch die Abführung der Ratenzahlungen etc. zu eileichtern, wurde eine Zahl- und Zeichenstelle bei der Depositenkasse der Breslauer Diskonto-Bank für Breslau und Schlesien eröffnet. Eine gleiche Einrichtung ist für Berlin bei einem Bank-Institut in Aussicht genommen.

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