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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 43

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Über die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina
Date
1903-01-01
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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— 43 — Suchsstationen dienen 6 ausschliesslich der wissenschaftlichen Forschung, 8 befassen sich nur mit praktischen Kontrolluntersuchuhgen, dagegen ist die Tätigkeit von 19 sowohl auf die wissenschaftliche Forschung, wie auch auf die praktischen Untersuchungen gerichtet. Der letztere Typus einer Versuchsstation ist für Palästina von unendliche Wichtigkeit. Die Praxis in den Kolonien selbst wird schon auf diejenigen Gebiete die Aufmerksamkeit zu lenken verstehen, deren wissenschaftliche Erforschung von besonderem Werte ist. Nach Zeit und Umstand wird der eine oder andere Punkt des Arbeitsprogramms besonders berücksichtigt werden müssen. Nach den obigen Ausführungen braucht man wohl kaum zu befürchten, dass eine Versuchsstation in Palästina nicht viel zu tun haben wird und dass die Gründung einer solchen jetzt noch verfrüht wäre. Im Gegenteil, wird die Existenz einer solchen in Palästina der weiteren Kolonisation des Landes eine sicherere Unterlage gewähren, indem den neuen, dem Gedanken der Kolonisation Palästinas durch Juden zugeführten Kreisen die Ueberzeugung beigebracht werden wird, dass Palästina wohl ein kulturfähiges Land ist. Einem von dem Vorstand der Versuchsstation in gewissen Zeitabschnitten herausgegebenen Bulletin über die Tätigkeit derselben, sowie über den Stand der Kolonisation wird sicher mehr Vertrauen entgegengebracht werden, als den jetzigen kurzen Berichten aus dem heiligen Lande. Eine Versuchsstation würde, abgesehen von dem oben näher besprochenen Wert derselben für die Landwirtschaft in Palästina, wie jede europäische Kultureinrichtung, Palästina Europa und den westeuropäischen Juden näher rücken. Wir machen unsere leitenden Kreise ganz besonders auf das von uns besprochene Projekt aufmerksam. Eine Inangriffnahme dieser Frage würde davon Zeugnis ablegen, dass man den praktischen Kolonisationsbedürfnissen Verständnis und Interesse entgegenbringt. Diese Unternehmung darf auch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Schon der Umstand, dass der deutsche Palästina- Verein ähnliches zu unternehmen versucht, müsste uns anspornen, die Sache baldmöglichst in Angriff zu nehmen. Wir rufen daher unseren zuständigen Kreisen ein „videant consules" zu! Es bietet sich hier die Gelegenheit, für unser altes Heimatland ein Bedeutendes zu tun, und diese Gelegenheit darf nicht verabsäumt werden. Wir bitten die Herren Landwirte im heiligen Lande, welche vielleicht unsere Ausführungen einer Durchsicht gewürdigt haben, wegen der darin geäusserten Unkenntnis der landwirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina um Entschuldigung. Zugleich fordern wir sie aber auf, der Frage auch ihrerseits die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und ihrer Meinung darüber in unserem Blatte Ausdruck zu geben. Auch bitten wir die europäischen Landwirte, die entweder Gesinnungs-

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