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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 44

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Über die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina
Date
1903-01-01
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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— 44 — genossen sind oder der nationaljüdischen Sache Sympathien entgegenbringen, ebenfalls auf die Sache in der „Jüdischen Volkszeitung" eingehen zu wollen. Wir hoffen, dass die Redaktion diesbezügliche Zuschriften berücksichtigen wird. Als Ergänzung zu Obigem mag folgendes dienen: Die „Koloniale Zeitschrift" enthält einen praktischen Hinweis betreffend die Anlegung von landwirschaftlichen Versuchsstationen, der uns weit über das spezielle Beispiel hinaus Beachtung zu verdienen scheint. "Wir lassen den wesentlicheren Teil der Notiz, bei der es sich um Kakaokultur in Samoa handelt, hier folgen: Die in den holländischen Kolonien durch die Pflanzervereine mit Zuschuss der Regierung gegründeten und vorzüglich bewirtschafteten Versuchsgärten mit Laboratorien, welche allen an sie gestellten Anforderungen genügen, und deren Unterhaltungskosten keineswegs sehr hoch sind, können als mustergültig und nachahmungswert gar nicht genug empfohlen werden. Zur Gründung eines Pflanzervereins schliessen sich zunächst alle oder mehrere in einer Provinz an einer gewissen Kultur beteiligten Personen zusammen. Sie verpflichten sich zu einem jährlichen Beitrage, und zwar zahlen sie für jeden in Kultur gebrachten Hektar eine bestimmte Summe, z. B. einen Gulden. Aus diesen Mitteln, vermehrt durch einen einmaligen grösseren Beitrag, werden die laufenden Unkosten, Unterhaltung der Versuchsstation, Instrumente, Gehalt des Botanikers usw. bestritten. Ein jährlicher Zuschuss der Regierung stützt das Unternehmen, ohne jedoch irgend welche Ansprüche bei der Verwaltung desselben geltend zu machen. Auf alle an ihn gestellte Anfragen erteilt der die Station leitende Botaniker, der selbst als Pflanzer langjährige Erfahrung in der betreffenden Kultur besitzen muss, erschöpfende Auskunft, und die rationelle Bewirtschaftung seiner Station dient allen Interessenten zum Muster. Die Einwirkung einer solchen Station auf die Pflanzungen bleibt nicht lange aus, und die für den Versuchsgarten jährlich gestürzten Beträge tragen reichlich Zinsen. Die bisher mit Kakao bebauten Ländereien der Weissen auf beiden Inseln, einschliesslich der Kokospflanzungen, werden bereits genügen, um die laufenden Ausgaben zu decken, wenn eine bescheidene jährliche Abgabe festgesetzt wird. Kein Interessent wird sich ferner der Zahlung eines einmaligen Beitrages verschliessen, der zur Deckung-der ersten Unkosten dient. Die Landfrage spielt keine Rolle, da mancher Landbesitzer gewiss gerne bereit ist, einige Hektar prima Waldboden in günstiger Lage dem Versuchsgarten ohne Entschädigung abzulassen. Wenn so die Ansiedler auf Samoa baldigst dem Vorgehen der unter schweren finanziellen Lasten arbeitenden Javapflanzer folgen, die trotzdem keine Kosten scheuen, um durch ihre Versuchsstationen eine rationellere und intensivere Bewirtschaftung ihrer Plantagen zu erzielen, so werden sie in den Besitz einer billigen und leistungsfähigen Station kommen.

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