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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 35

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Nosologie Syriens und Palästinas
Date
1903-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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— 35 — krankheiten kommen ebenso oft vor, wie,Lungenkrankheiten. Magenkrankheiten, namentlich Dyspepsie, sind sehr häufig. Ebenso Hämorrhoiden. Nierensteine sind, wie überhaupt in Asien, sehr häufig.. Ob die in Asien häufigen Parasiten wie: Ancyldstomum duodenale. Filaria sanguinis und medinensis auch in Syrien eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. Dagegen kommt der Favus (Erbgrind) undhäufig Krätze vor. Einfluss des Klimas auf Jerusalems sanitäre Verhältnisse. — Von der Windrichtung ist das Wohlsein der Bevölkerung in hohem Masse abhängig. Der Nordwind ist kalt, der Südwind warm, der Ostwind trocken und der Westwind feucht. Sirokkoeigentümlichkeiten besitzt der Süd- und Ostwind. Diese rufen Halsentzündungen, Fieber, Durst und Brennen in den Händen hervor. Ungesunde Jahreszeit von Mai bis Oktober: Fehlen des Regens, niedriger Luftdruck, hohe Temperatur, Trockenheit der Luft, Mangel an Wolkenbildung. Jerusalem hat weniger Krankheiten als Deutschland, dagegen mehr Krankheitsfälle. Tuberkulose, Gicht und Rhachitis sind selten. Malaria spielt eine grosse Rolle. Die häufige Blindheit infolge von Trachom wird nicht so sehr durch die Heftigkeit der Augenentzündung als durch Vernachlässigung und Kurpfuscherei hervorgerufen. Tuberkulose ist nach Neumann (1877) sehr selten, nach Schwarz (1886) sehr häufig und zwar infolge der Unsauberkeit, schlechten Erziehung und Ernährung der eingewanderten slavischen Juden. Frühe Heirat, Chedererziehung der Knaben tragen viel zum Siechtum der Bevölkerung bei. Die Kindersterblichkeit ist namentlich unter den Knaben sehr gross. Malaria, Ophthalmie und Typhus zeitweise sehr stark. Darmkatarrh und Dysenterie sehr häufig und in schwerer Form (nach Schwarz). Syphilis selten! Ueber die Kolonien ist wegen der Verschiedenheit des Klimas in den verschiedenen Teilen, in denen die Kolonien liegen, sehr schwer, etwas Allgemeingültiges auszusagen. Die Berichte sind sehr widerspruchsvoll. Im allgemeinen lässt sich auch da mit Besserung der hygienischen auch eine Besserung der sanitären Verhältnisse nachweisen (z. B. Rosch-Pinah und Rischon-le-Zion). Auf einer Kolonie bei Jaffa gelang es, die Erkrankung an Trachom von 60% (der gesamten Bevölkerung) auf 1/2 % herabzudrücken. Aerzte sind nur in den grösseren Städten Palästinas vorhanden; die Kurpfuscherei, durch alte Weiber, Barbiere etc. ausgeübt, ist sehr verbreitet. Thermen. Die Badeanlagen der Thermen sind um Christi Geburt entstanden. Heisse Quellen sind in Tiberias (48° R.) und Gadara. Sind heilsam bei Rheumatismus, Skorbut und werden mit der Wirkung des Karlsbader Wassers getrunken. Die Bäder sind heute in verwahrlostem Zustande, haben vielleicht eine grosse Zukunft. Die syrischen Schwitz- 3*

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