Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Nosologie Syriens und Palästinas
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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- 36 — bäcler sind von wohlthätigem Einfluss. Prinzip: erst starkes Schwitzen, dann Massage, Hygienische Vorschriften: Bei Gründung von Kolonien kommt aus kommerziellen Gründen die Küste besonders in Betracht. Wegen der an dieser besonders verbreiteten Malaria ist ein relativ erhöhter, von Sümpfen möglichst entfernter Ort zu wählen. Eukalyptusbäume müssen gepflanzt werden. Vor Gründung der Kolonie müssen ev. Milzuntersuchungen zur Feststellung der Malariaverhältnisse vorgenommen werden. Der Boden ist nach Möglichkeit zu assanieren durch Drainage des Landes, Eindämmung und Korrektion der Flüsse und andauernde Beflutung kleinerer Herde. Persönliche Hygiene: Erweckung des Verständnisses für Reinlichkeit. Es sind Polikliniken, in denen das Trachom unentgeltlich radikal -behandelt wird, einzurichten. Die Eheverhältnisse müssen gebessert werden, ebenso die Erziehung. Die vegetabilische Nahrung muss vorherrschen. Es muss eine strenge Diät beobachtet werden; der Genuss unreifen Obstes und der Fischgenuss sind zu vermeiden. Der Reisende soll Opium, Rhabarber und Chinin bei sich tragen. Akklimatisation des Fremden: Fremde sterben infolge des Klimawechsels und der schlechteren sanitären Verhältnisse in grösserer Zahl als die Eingeborenen. Jedoch nur in den ersten 3—4 Jahren ihres Aufenthaltes, in denen sie sich im allgemeinen schlecht befinden. Nachher tritt Akklimatisation ein. Juden sind (nach Virchow) als Semiten leichter akklimatisierbar als andere Volksstämme. Uebersicht: Lepra kommt kaum in Betracht (geringe Verbreitung, geringe Ansteckungsfähigkeit). Trachom ist ausrottbar (s. oben die Kolonie bei Jaffa). Malaria lässt sich teilweise durch hygienische Massnahmen eindämmen. Ruhr schwer bekämpfbar. Dazu kommt die Gefahr der Einschleppung epidemischer Krankheiten aus den Nachbarländern (nur zeitweise; Grenzwachtdienst!). Dem steht, was Deutschland betrifft, das fast völlige Fehlen von Krebs, vo.n Scharlach und die Seltenheit von Tuberkulose, besonders an der Küste, gegenüber. Unter geordneten sanitären Verhältnissen dürften also die hygienischen Zustände in beiden Ländern die gleichen sein — vielleicht mit einem geringen Minus wegen der Häufigkeit der Malaria.