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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 34

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Nosologie Syriens und Palästinas
Date
1903-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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— 34 — hygienische Verhältnisse; die Kurpfuscherei leistet der Krankheit Vorschub. Lepra spielt in Syrien keine sehr grosse Rolle (etwa 600 Kranke). Kommt meist nur in den Dörfern infolge des Schmutzes und der Armut vor. Unter Juden und Europäern ist nach einigen Angaben nie ein Leprafall beobachtet. Sie ist etwa so stark wie in Norwegen und Portugal verbreitet. Nach franz. Berichten nur im Süden, nicht im Norden. Nach Hirsch umgekehrt. Schlechte Verhältnisse geben auch für diese Krankheit ein disponierendes Moment ab. Anstalten für Leprakranke, Leproserien, sind vorhanden, aber schlecht eingerichtet. Syphilis ist ebenso verbreitet wie in Europa. In die gebirgigen Distrikte ist sie erst in den 40 er Jahren eingeschleppt worden. In den übrigen Gebieten herrscht sie schon sehr lange. Ein früher geradezu für spezifisch gehaltenes Leiden Syriens ist die Aleppobeule, bouton dAlep, auch die Jahresbeule genannt Typhus: Flecktyphus (Hungertyphus) ist in Kleinasien und Syrien selten. Unterleibstyphus ist in Syrien selten (wird aber bestritten). Masern sind wie in allen asiatischen Ländern auch in Syrien und Palästina häufig. Sie treten dort oft mit schwerem Fieber und Gehirnerscheinungen auf. Scharlach in Syrien sehr selten, in Jerusalem fast nie. Diphtherie und Croup wohl selten, bis 1868 sogar ganz unbekannt. Keuchhusten kommt vor, stets gutartig. Rheumatismus ist weit verbreitet und endemisch, stellt eine der Hauptkrankheiten dar. Im Sommer seltener als im Winter. Er nimmt nicht sehr schwere Formen an. Gicht kommt dagegen sehr selten vor; auch nicht bei den besitzenden Klassen. Skrophulose (in schwerer Form) kommt ebenso häufig, Rhachitis seltener als bei uns vor. Krebs ist nach den Ansichten aller selten! Rose etwas häufiger als bei uns. Lyssa (Tollwut) fehlt nach vielen Angaben überhaupt (zweifelhaft). Unterleibsbrüche sind häufig. Ohrenkrankheiten spielen eine grosse Rolle. Eiterige Leberentzündung trotz der häufig vorkommenden Ruhr sehr selten. Leberschwellung sehr häufig (physiologisch). Milzschwellung kommt infolge der Malaria oft vor. Elephantiasis selten. Unter Kindern sind Darmkatarrhe, Ohren- und Augenkrankheiten, Soor, Kopfgrind sehr verbreitet. Hysterie sehr häufig. Meningitis wie in Deutschland. Lüngenkrankheiten: Bronchialkatarrh in Syrien häufig, besonders bei Frühregen und Südostwind. Er kommt meist in milder Form vor. "Tuberkulose sehr selten! Ebenso andere chroh. Lungenkrankheiten. Andere Organe (Niere etc.)' werden in Syrien nie von Tuberkulose befallen. Lungenentzündung sehr häufig, besonders im Sommer, endet aber meist nicht letal. Bauchfellentzündung selten. Herz-

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