Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Nosologie Syriens und Palästinas
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379795-2380695--00484-2380781- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
OCR text
— 33 — DIE NOSOLOGIE SYRIENS UND PALAESTINAS. Referat, gehalten im Palästina-Kursus von Dr. Sandler. Cypern: Früher herrschten in Cypern sehr verwahrloste hygienische Zustände. Sehr stark der Typhus. Er ist jedoch seit 1878 fast verschwunden; ebenso wie Masern, Scharlach und Tuberkulose. Die Lepra kommt etwas häufiger vor als in Syrien. Cypern eigentümlich ist das sogenannte „Cypernfieber", eine Krankheit, über deren Aetiologie man noch nicht einig ist Syrien: Die Cholera tritt sehr oft epidemisch auf. An ihrer Verbreitung sind besonders die Pilgerzüge schuld, die an den „Badefesten" zu Tausenden in den Flüssen baden und die Gewässer infizieren. Für die Vernichtung der Krankheit geschieht von Seiten der Regierungen viel zu wenig, bes. der englischen und persischen. Epidemien traten auf: 1821, 1823, 1831, 1846, 1864, 1875 (isoliert), 1891/92, 1893, augenblicklich herrscht die Cholera ebenfalls. Die Pest war bis 1844 endemisch, worunter das Land schwer litt. Seit 1844 ist sie erloschen und ist seitdem in weiter östlich gelegenen Ländern endemisch. Pocken: Charakterisiert durch Fieber und schwere Hautausschläge, die bei der Abheilung Narben zurücklassen. In Syrien ist die Vaccination bekannt, wird aber nicht genügend durchgeführt. Versuche mit Büffellymphe wären angezeigt. Die Pocken sind in Syrien endemisch. Dysenterie (Ruhr) ist sehr verbreitet, besonders an der Küste und in den Thälern. Auch Darmkatarrh tritt besonders im Spätherbst häufig auf und schafft eine Disposition für Dysenterie. Beide Krankheiten richten unter Kindern grossen Schaden an. Die Form der Ruhr ist (nach Tobler) keine schwere. Malaria ist ein für Syrien charakteristisches Leiden. Kommt in allen Formen, leichten, perniciösen und larvierten (andere Krankheiten vortäuschenden) vor. Grössere Malariaherde sind: die feuchten Thäler des Libanon, das Jordanthal in der Nähe des Toten Meeres, Damaskus. Aleppo, besonders aber die Küste und Jerusalem. Trachom (ägyptische Augenkrankheit), eine infektiöse Augenbindehaut-Entzündung, die schwere Sehstörungen oder Erblindung hervorrufen kann. In Syrien endemisch; als prädisponierende Ursachen sind zu nennen: der Staub, die Hitze, schlechte Ernährungs- und ä