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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Geschichte einer Hilfsaktion
Date
1903-01-01
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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— 29 — Zu allem Malheur war. dem Rechnungsführer in Ascheritou einige Tage vorher ein Irrtum untergelaufen: Die Lohnzettel lauteten gewöhnlich auf 100 cbm, und es wurde übersehen, dass einer für 200 galt. Die Leute, die dabei gearbeitet hatten, bekamen daher statt 44 nur 22 Shilling und machten lange Gesichter, als der Betrag unter sie verteilt wurde. Nachdem der Irrtum bemerkt worden war, erhielten sie den Restbetrag, glaubten aber, es sei die Zahlung für eine inzwischen gemachte Arbeit, die dann wieder unverhältnismässig gut bezahlt worden wäre. Die rumänischen Arbeiter, die es ja allein anging, beruhigten sich dabei, dass es entweder ein Irrtum sei, oder doch zeigen würde, dass es besser und schlechter bezahlte Arbeiten gäbe; die Boryslawer aber, die keinen Spatenstich getan hatten, witterten sofort Verrat. Es schien ihnen ohnedies riskant, mit den Rumänen zusammenzuarbeiten, die nach dreiwöchentlichem Aufenthalt schon griechisch sprachen" und dies doch unbedingt benutzen würden, um sie zu übervorteilen. Unter solchen Umständen war es natürlich schwer, etwas zu erreichen. Trotzdem liess ich nichts unversucht. Ich sagte ihnen ungefähr folgendes: ,,Ihr wollt nicht mit den Rumänen zusammenarbeiten — ich habe schon jetzt andere Arbeit für Euch. Der Weg vom Dorf bis zur Arbeit war Euch dort zu weit — hier wird es viel näher sein. Ihr werdet hier auch genug verdienen — wenn es nicht ausreicht, will ich Euch die Differenz daraufzahlen. Diese Arbeit sei auch näher an Larnaca, von wo sie häufiger Fleisch bekommen könnten. Für die heissere Zeit hätte ich Aussicht, für sie im Gebirge, wo es kühler ist, Arbeit zu bekommen usw. In jedem Falle sollten sie, wie es sich gehört, einen ordentlichen Versuch machen. Es würde ihnen an nichts fehlen, ihre Familien würden ja inzwischen hinreichend unterstützt, und wenn es gar nicht anders ginge, so wäre in 3 Monaten immer noch Zeit, von der Rückreise zu sprechen. Sie sollten nicht vergessen, dass im Fall des Gelingens nicht nur diesen paar Leuten, sondern ganz Boryslaw geholfen werden könnte — wenn sie sich aber weigerten, auch nur anzufangen, so würde kaum jemand noch Lust haben für die Boryslawer Arbeiter etwas zu tun. Die Leute waren Vernunftgründen nicht zugänglich. Sie verlangten durchaus, sofort zurückgesandt zu werden, und es gelang mir mit vielen Schwierigkeiten, sie noch mit dem nächsten Dampfer zu expedieren. Die drei rumänischen Arbeiter und von allen 11 Boryslawern einer hatten übrigens eine Arbeit in allernächster Nähe von Larnaca

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