Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 10)
- Language
- German
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— 26 — und benutzten die Zwischenzeit, um die wirtschaftlichen, klimatischen,, geologischen und anderen Verhältnisse der Insel Cypern zu studieren. Wir werden bald sehen, zu wie festen Resultaten diese Leute im Laufe eines Vormittags gelangt sind. — Leute, die bei ihrer harten Arbeit das Lesen und Schreiben so gut wie verlernt hatten!! Die Gegner des Cypern-Projekts wird ein frohes Staunen anwandeln über die wundervolle Intelligenz dieser Leute und die durch sie bestätigte Unmöglichkeit, auf Cypern etwas zu tun.-- Von den drei Rumänen, die mit nach Larnaca zurückgekommen waren, hatte einer mich schon bei meinem erwähnten Besuche gebeten,, ihm die Reise irgendwohin zu ermöglichen. Er war in Rumänien Kommis in einem Geschäft gewesen und der schweren körperlichen Arbeit nicht gewachsen. Der zweite gehörte zu einer anderen Gruppe in Galatz als die übrigen, mit denen er sich aus irgendwelchen Gründen nicht vertragen konnte; wahrscheinlich wollte er sich der unter ihnen herrschenden Disziplin nicht fügen. Der dritte war ein Freund des vorigen, dem die anderen es verdachten, dass er weiter mit ihm verkehrte; es war ihm in früheren Zeiten in Rumänien gut gegangen, so dass ich annehme, dass er sich für etwas Besseres hielt — in jedem Falle hatte er ein würdevolleres Benehmen zu diesen Erdarbeiten mitgebracht, als für den Zweck unbedingt nötig war.. Trotzdem wiederhole ich, dass auch diese drei — ebenso wie die übrigen Rumänen dort — einen ganz vorzüglichen Eindruck machten. Sie waren zurückgekommen, weil ihnen das Zusammenarbeiten mit den anderen nicht möglich, war, und baten mich, ihnen anderwärts Beschäftigung nachzuweisen, oder ihnen zur Reise irgendwohin (ausser Rumänien) behilflich zu sein. Bei Befragung der Boryslawer fand ich die Angaben wie vorstehend im grossen und ganzen bestätigt. Allenfalls, dass ich von ihnen mehr solcher albernen Dinge hörte. Sie klagten, dass keine Wohnung für sie vorbereitet gewesen wäre. In Wirklichkeit waren sie durch die Verspätung des Dampfers erst kurz vor Mitternacht nach Ascheritou gekommen, und der Führer der Rumänen wollte nicht gern den Mann aufwecken, mit dem man ein Arrangement für die Unterbringung der Leute getroffen hatte. Die Boryslawer hatten also die erste Nacht im Freien zu kampieren, was kein grosses Unglück ist. Die Mehrzahl der an den Wasserwerken beschäftigten Cyprioten tut dasselbe, ein Schaden für die Gesundheit kann — wenigstens bei dieser Jahreszeit — selbst dann keinesfalls entstehen, wenn man daraus eine Gewohnheit macht. Im übrigen hatten ja die Leute auf dem Deck des Dampfers sicherlich kein besseres Nachtlager gehabt, und wessen Mitgefühl mit diesen Gründen noch nicht beruhigt