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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Geschichte einer Hilfsaktion
Date
1903-01-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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— 25 - nach Ascheritou gebracht, wo die Stauwerke konstruiert wurden, und wo man auch Wohnungen für sie vorbereitet hatte. Am Sonntag hatte ich darin vor, zu Land gleichfalls dorthin zu gehen und einige Zeit mit ihnen zusammen zu bleiben. (Statt der erwarteten 11 Leute waren nur neun gekommen, die übrigen zwei waren von Triest auf Nachrichten von zu Hause nach Boryslaw zurückgegangen.) Es sollte nicht dazu kommen. Sonntags in aller Früh weckte mich mein Bote, derselbe Larnaca-Jude, der damals die Rumänen aufgenommen hatte, und sagte mir, in der Nacht wären 14 Leute von Ascheritou zu ihm gekommen, die jetzt bei ihm zu Hause lägen. Es seien dieses die 11 Boryslawer und drei von den Rumänen. 'Sie sprächen konfuses Zeug, und nur das eine sei klar, dass sie nicht arbeiten wollten. Als ich hinkam, fand ich die Leute in einer furchtbaren Verfassung. Einige weinten wie die Kinder, und alle hatten etwas Stumpfes, Verzweifeltes in den Gesichtern. Eine Ausnahme machten die drei Rumänen, von denen ich mir die Ursache der unerwarteten Rückkehr erzählen liess. Folgendes hatte sich zugetragen: Als am Freitag früh die Rumänen zur Arbeit gingen und die Boryslawer aufgefoidert wurden, mitzukommen, erklärten dieselben, dass man in Boryslaw Freitags nur den halben Tag arbeite, und dass esdaher . heute nicht der Mühe wert sei, anzufangen. Schliesslich Hessen sie sich doch bewegen mitzugehen. Am Platze angelangt, legten sie die mitgebrachten Werkzeuge hin und begnügten sich damit, zuzusehen, wie die anderen arbeiteten. Sie betrachteten die Sache sehr kritisch und stellten Vergleiche an zwischen dieser Arbeit und der von Boryslaw her gewohnten. Zu Hause hatten sie in Schachten unter der Erde gearbeitet und hier waren Bewässerungskanäle zu graben. Bei der Schachtarbeit ruhte man alle paar Stunden, das schien hier nicht zu gehen. Und dann fiel ihnen eine Sache schwer auf die Seele; es war hier angenehm warm, zu Hause war noch Schnee und Eis; statt sich darüber zu freuen, folgerten sie, dass, wenn es zu Hause warm wird, es hier nicht auszuhalten sein könnte. Dass man in solch einem Klima nicht leben konnte, war klar. Es hatte also gar keinen Wert, erst die Werkzeuge zu nehmen und einen Spatenstich zu tun. Sie zogen es daher vor, sich hinzusetzen und zu weinen aus Verzweiflung darüber, was mit ihnen hätte geschehen können, wenn nicht das Berliner Komitee sich verpflichtet hätte, sie zurückzusenden. Sie beruhigten sich schliesslich damit, dass sie nur zurückzufahren brauchten, und wären noch am selben Tage nach Larnaca zurückmarschiert, wenn es nicht gerade Freitag gewesen wäre. Sie hoben sich also den Aufbruch für den Ausgang des Sabbat auf

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