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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Geschichte einer Hilfsaktion
Date
1903-01-01
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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— 24 — aiis das billigste Schiff nach Smyrna genommen, das zu haben war, ohne sich zu vergewissern, ob sie von dort aus eine billige Weiterfahrt haben würden. So kam es, dass sie statt 8 volle 22 Tage unterwegs waren, und die Fahrt mit Verpflegung und Aufenthalt sie sicher mehr kostete als die direkte Verbindung Konstantinopel—Larnaca. Schliesslich waren sie auf einem elenden Dampfer an der Nordküste der Insel, in Kerynia, angelangt, wo man ihnen sagte, dass das Boot nach vier Tagen Larnaca erreichen würde. Das war ihnen zuviel. Einer von ihnen war als halbwüchsiger Bursche schon im Jahre 1885 in Cypern gewesen (mit einer rumänischen Kolonie, die sich aus gänzlicher Mittellosigkeit bald wieder auflöste) und wusste daher, dass Cypern kleiner war als China. Man entschloss sich daher nach Larnaca zu Fuss zu gehen und legte die Distanz bei angestrengtem Marsch in einigen 20 Stunden zurück. Mitten in der Nacht kam man an eine Brücke, an der Reparaturen gemacht wurden, — man wagte daher bei der herrschenden Dunkelheit nicht, sie zu überschreiten und hielt eine kurze Rast, bis es heller wurde. Kaum 30 Schritte von der Brücke war das Administrations-Gebäude von Margö, der bekannten jüdischen Kolonie auf Cypern, wovon die armen Kerle natürlich keine Ahnung hatten. Vollständig erschöpft kamen sie schliesslich in Larnaca an, wo einer der dort ansässigen sephardischen Juden sie in sein Haus nahm. Auf der dortigen Post fanden sie meine Briefe vor und bekamen mit Hilfe derselben solort Beschäftigung bei den Stauwerken im Famagusta-Distrikt. Ich übergab ihrem Führer die zwei Boryslawer Arbeiter und machte den Leuten einige Tage später einen Besuch, wobei ich mich überzeugte, dass diese rumänischen Juden, die übrigens einen vorzüglichen Eindruck machten, mit den Arbeits- und Lohnverhältnissen für den Anfang wohl zufrieden waren. Nach einer kurzen Tour durch das Land, auf der ich auch meine Freunde in Margö und Nikosia, der Hauptstadt, besuchte, kehrte ich nach Larnaca zurück, um die Ankunft meiner Leute zu erwarten. Eine Verspätung des betreffenden Dampfers hätte bei den eigentümlichen Postverhältnissen zur Folge gehabt, dass ich meine mit dem gleichen Boot erwarteten Briefe erst mit einem Zeitverlust von acht Tagen hätte beantworten können, wenn ich die Leute selbst nach Famagusta bringen wollte. Bei der Art meiner Korrespondenz war das ein Risiko, welches ich zu vermeiden suchen musste; ich gab daher den Leuten, die ich auf dem Schiff besucht hatte, einen zuverlässigen Mann mit, der sie von Larnaca nach Famagusta zu begleiten und dort den Rumänen zu übergeben hatte. Donnerstag nachmittag in Larnaca, wurden sie noch am Abend von den Rumänen in Famagusta übernommen und zwei Stunden weiter

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