Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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— 23 besorgte schnell einiges Nötige, da zwischen der Ankunft des Zuges (Voll Uhr) und dem Abgang des Dampfers (12 Uhr mittags) nicht mehr viel getan werden konnte. Als schliesslich mein Zug kam, entstiegen demselben 17 — italienische Arbeiter.- Nun war nicht mehr viel Zeit zum Ueberlegen. Wollte ich noch eine Woche warten, so hätte das meine Dispositionen erheblich gestört, und eine Notwendigkeit dazu schien nicht vorzuliegen, wenn ich in Triest jemanden finden konnte, der für die Unterbringung der Leute und für ihre Abfahrt mit dem nächstwöchentlichen Dampfer sorgte. In Triest unbekannt, wandte ich mich an den Kultus-Vorstand, von welchem ein Mitglied sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärte, mir in der gedachten Weise behilflich zu sein. Ich deponierte das nötige Geld und gab auch die dazu gehörigen Instruktionen, welche ich später noch vom Dampfer aus brieflich ergänzte. Nach einer tollen Wagenfahrt (ich hatte die Billets bei der Lloyd-Agentur zu besorgen und noch bei der Post nachzufragen) kam ich Punkt 12 Uhr am Dampfer an, wo man gerade im Begriff war, mein schon vorher an Bord gesandtes Gepäck wieder auszuladen. Auf der Post hatte ich noch ein eben angelangtes Telegramm vorgefunden, wonach meine Leute mit dem Nachmittagszuge eintreffen sollten. Die Reise führte über Alexandria, wo ich gleichfalls Vorkehrungen für Uebernahme, Verpflegung und Weiterexpedition der in nächster Woche zu erwartenden Leute traf. — Schliesslich' in Cypern angelangt (die Fahrt dauert sieben Tage inkl. zweitägigen Aufenthalts in Alexandria), traf ich den erwähnten Berliner Herrn im Begriffe abzureisen und fand dort — gleichfalls in Larnaca — den Führer einer Gruppe von 11 rumänischen Juden, die vor kurzem aus Galatz dorthin gegangen waren. Ich hatte auf der Rückfahrt von meiner ersten Cypern-Reise dem zionistischen Zenträl-Komitee in Galatz Bericht erstattet, worauf ein Verein „Agudath Achim" beschlossen hatte, sobald als möglich nach Cypern zu gehen. Als im Februar dieses Jahres die Donau-Mündung für einige Tage eisfrei wurde, ging die erste Gruppe von 11 Männern ab, nachdem man mich ersucht hatte, ihnen durch Empfehlungsbriefe zur Anstellung bei den cyprischen Wasserwerken zu verhelfen. Ich hatte damals sofort erwidert, man möge noch ca. 14 Tage warten, eine Anzahl Boryslawer ginge dann hin, mit denen die Galatzer gleichzeitig installiert werden könnten. Aber als Antwort schrieb man mir aus Galatz, die Leute hätten sich nicht halten lassen, sondern wären trotzdem, gefahren. Ich sandte also schnell die gewünschten Briefe nach Cypern, und als ich anlangte, waren die Galatzer Juden bereits zwei Wochen an der Arbeit. Eine abenteuerliche Reise hatten sie gehabt, wie mir ihr Führer sagte: sie hatten von der Donau-Mündung