Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
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— 22 — habe, sich irre machen zu lassen. Man solle das den Arbeitern nochmals zu bedenken geben undeventuell diejenigen, die* zurückbleiben wollten, durch Neuzuwäülende ersetzen. Ein dem ersten inzwischen nachgefolgtes Telegramm besagte, dass fünf sich doch entschlossen hätten, zu gehen, und schliesslich waren elf nach einer nochmaligen achttägigen Verzögerung bereit, zu gehen. Es bestand die Vereinbarung, dass ich mit den Leuten in Triest zusammentreffen sollte, um von dort die Reise per Lloyddampfer gemeinschaftlich fortzusetzen. Ausser den elf, die von Boryslaw direkt kommen sollten, wurden noch zwei Boryslawer Arbeiter erwartet, welche der Verein „Ahawath-Zion" in Tarnow auf seine Kosten und ebenfalls als vorläufigen Versuch der Expedition beigesellen wollte. IL Die Expedition. Auf der Reise nach Triest Wien passierend, zeigten sich dort die ersten Schwierigkeiten. Das Ausbleiben von brieflichen Nachrichten machte einen Depeschenwechsel nötig, bei dem die Antworten an Präzision viel zu wünschen übrig Hessen. Auch das Visieren der Pässe und mancherlei anderes ging nicht sehr leicht vor sich, so dass ich froh war, als ich nach einem der arbeitsreichsten Tage abends nach Triest weiterfahren konnte. Unterwegs gelang es mir, all diesen Weitläufigkeiten doch eine günstige Seite abzugewinnen. Ich überlegte mir, dass, wenn zu Moses Zeiten schon dieser Passzwang existiert hätte, wir sicherlich heute noch alle in Aegypten wären und es näher zu Palästina haben würden. In Triest fand ich die beiden, vom Tarnower „Ahawath-Zion" gesandten Arbeiter vor, während die anderen erst im Laufe des Tages (es war Dienstag, und Mittwoch mittag ging das Schiff) erwartet wurden. Boryslaw hatten sie am Sonntag früh verlassen. Die zwei erwähnten Arbeiter waren schon seit einer Woche dort, da die Nachricht von der Verzögerung der Abreise zu spät eingetroffen war. Die von Boryslaw erwarteten elf Leute kamen nicht im Verlaufe des Dienstag, und als sie auch Mittwochs mit dem ersten Zuge nicht kamen, depeschierte ich nach der Station, auf der sie sich befinden mussten, wenn sie überhaupt noch vor Abgang des Dampfers in Triest eintreffen wollten. Der betreffende Stationschef, bei dem ich angefragt hatte, ob sich dort elf Boryslawer Arbeiter befänden, telegraphierte zurück, dass 17 mit dem nächsten Postzuge nach Triest kämen. Ich konnte mir die 17 nur so erklären, dass es entweder ein Druckfehler sei (statt 11, die Ziffern sind ja ähnlich), oder dass die 11 Boryslawer mit einigen anderen zusammen gewesen wären. Ich war über ihre Ankunft beruhigt und