Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 21 - Ohne Mitglied dieses „Berliner Hilfskomitees für die Boiyslawer Arbeiter** zu sein — übrigens auch nicht im. Dienste oder etwa auf Kosten desselben —, übernahm ich es nach Boryslaw zu fahren und dort mit Hilfe einiger ansässiger Herren, darunter der Bürgermeister, diese 10 Leute auszuwählen. Es gelang auch, das ohne viel Lärm und Aufregung zu bewerkstelligen. Trotzdem war natürlich das Angebot viel stärker als . die „Nachfrage**, und ich sah mich fast gezwungen, eine grössere Liste zu notieren. Wer je in ähnlicher Mission zu tun hatte, weiss ja, wie gross gerade bei notleidenden Juden die „Sehnsucht" ist, „mit aufgeschrieben'* zu werden. Mich leitete hierbei auch der Gedanke, dass wohl aus diesem oder jenem Grunde bei dem einen oder anderen sich nachträglich Bedenken herausstellen könnten, und dass es gut sei, Ersatzmänner in Bereitschaft zu haben, damit die Ziffer von 10 nicht noch reduziert werden müsste. Dass ich diese Ersatzmänner — es waren 5 —, von den par courtoisie notierten getrennt hielt, ist selbstverständlich. Nach Berlin zurückgekehrt, gelang es mir durchzusetzen, dass meine ganze Liste von 15 akzeptiert wurde. Die nötigen Instruktionen wurden erteilt. Gelder nach Boryslaw angewiesen und alle Vorbereitungen getroffen. Da die Abreise der Leute, entgegen den ursprünglichen Erwartungen, sich durch Erledigung der Pass-Angelegenheiten und anderes um eine Woche verzögerte, und das erwähnte Mitglied des Komitees die schon festgesetzten Reisedispositionen nicht mehr gut ändern konnte — wie auch aus vielen anderen Erwägungen —, Hess ich mich beo o 7 stimmen, nochmals selbst nach Cypern zu gehen, um — eventuell auf eine Anzahl von Monaten — im steten Konnex mit den Leuten zu bleiben, diese und die zu erwartenden Nachschübe zu installieren. Ich lege Wert darauf, zu konstatieren, dass ich auch hierbei weder im Dienste noch im Solde des Komitees stand, mit dem ich in keiner weiteren Verbindung war, ausser dass es auf meine Initiative sich gebildet hatte. Die spätere Zusammensetzung der Gruppe hatte eine direkte Mitarbeit als unerwünscht erscheinen lassen. Während ich meine Vorbereitungen traf und täglich auf Nachrichten von Boryslaw rechnete, warendort andere Einflüsse an der Arbeit, wie aus einem Telegramm ersichtlich wird, das ich in letzter Stunde erhielt. Es lautete: „Arbeiter wollen nicht reisen, weil R..... von J. C. A. hier Gerüchte verbreitet, dass Cypern sumpfige Fiebergegend etc." Ich beantwortete das Telegramm dahin, dass der betreffende Herr kaum Positives über Cypern wissen könne, so dass man nicht nötig