Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 20 — den Versuch machen wollte und nicht mit annähernd 50, wie auf meinen Rat ursprünglich geplant worden war. 1 Es pflegt ja bei jedem Versuch einer gesunden Initiative so zu gehen, dass man vielerorts statt der erwarteten Beihilfe nur auf Mahnungen zur Vorsicht stösst, die von vielen als das billigste Mittel (welches sich gleichzeitig am besten ausnimmt) betrachtet werden, um sich aus solchen Affären zu ziehen. — — Es nimmt sich so schön aus .... so warmfühlend, wenn man in solchem Falle sagt: „Was? Cypern!? Um Gotteswillen! Nach meinen Informationen ist das der sichere Tod für die armen Leute. Dort herrscht ja Fieber, ausserdem sind die Griechen die schlimmsten Antisemiten" etc. etc. So retten die Einflussreichen ihre Bequemlichkeit und die Reichen ihr Geld. Allenfalls geht man so weit, um sich vor jedem Vorwurf zu sichern, den ungünstigen Informationen, die man hat, im Bekanntenkreise oder auch in der Presse die grösstmögliche Publizität zu verschaffen. Da ist keine Quelle so unzuverlässig oder so veraltet, um nicht zu solchem Rettungswerke'4 herangezogen zu werden. Und was das Schlimmste dabei ist, das ist der lähmende Einfluss, den selbst die Tatbereiten und besser Informierten so leicht auf sich ausüben lassen.. — — Es sollte also bei einem Anfang mit 10' Mann vorerst sein Bewenden haben, und die Geldsammlungen wurden dementsprechend eingestellt, als sie eine für diesen Versuch ausreichende Höhe erlangt hatten. Ein Vertragsentwurf wurde aufgesetzt, um die Verpflichtungen, die das Komitee auf sich nahm, festzulegen,und ich glaube, dass dieser Entwurf in seiner Art mustergültig war. Die Hauptpunkte waren, dass die Arbeiter — vorläufig ohne ihre Familien — auf Kosten des Komitees nach Cypern gesandt würden, und dass vorerst ihre Familien in Boryslaw eine ausreichende wöchentliche Unterstützung erhalten sollten. Erklärten sich die Arbeiter innerhalb der ersten 3 Monate willens und imstande, ihre Familien in Cypern zu ernähren, so sollten ihnen dieselben auf Kosten des Komitees nachgesandt werden. Sollte in Cypern die Beschäftigung an den Wasserwerken sich als gesundheitsschädlich erweisen und eventuell eine andere geeignete Beschäftigung nicht zu finden sein, so sollten die Arbeiter innerhalb der erslen 3 Monate beanspruchen dürfen, kostenlos nach Boryslaw zurückbefördert zu werden. Ausserdem übernahm es einer der Herren vom Komitee, selbst nach Cypern zu gehen und für die Unterbringung etc. der Arbeiter Sorge zu tragen.