Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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- 19 — „dass die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Cyperri gelenkt wird „und jüdisches Kapital und jüdisch.er Unternehmungsgeist in grossem „Massstabe den Weg iiach der Insel finden werden." Die mündliche Auskunft, die ich von massgebender Seite erhielt, konnte nicht definitiv sein, schien aber günstig. Da eine offizielle Antwort erst via London eingeholt werden musste, und mir zwei Wege'sicherer schienen als einer, so bemühte ich mich inzwischen, den Boryslawern bei den Wasserwerken Beschäftigung zu sichein, welche,: wie ich hörte, zwar unter Aufsicht der Regierung, aber unter geschäftlicher Leitung von Privat-Unternehmern standen. Ich hatte den Erföfe, dass mir dort lohnende Arbeit für viele Hunderte zu- O' gesichert wurde, und zwar gerade für dieselbe Zeit, zu der in Boryslaw die Minen geschlossen werden sollten, nämlich für Februar 1900. Dies war eines der Resultate, die ich von meiner Reise zurückbrachte, und ich ging sofort an die Arbeit, um die Sache zu realisieren. Eine Anzahl von hervorragenden Berliner Juden, die schon vorher sich zu einer Art provisorischem Cypern-Komitee zusammengefunden hatten, bildeten mit noch einigen anderen ein Berliner Hilfskomitee für Boryslaw. Entscheidend für diesen Schritt war ein Brief aus Boryslaw selbst, der die dort bevorstehende Krise in ergreifender Weise schilderte und dadurch mehr Eindruck machte als alle Zeitungsberichte und meine geringen Erfahrungen während meines Besuches am Platze. Die Absicht des Komitees war, vorerst eine kleine Zahl versuchsweise nach Cypern zu bringen, von deren Erfolg eine weitere Entsendung abhängig gemacht werden sollte. Die Pariser Gesellschaft hatte übrigens auch auf die detaillierten Vorschläge und Anfragen dieses Komitees ihre ablehnende Haltung bewahrt. Man hielt es nicht einmal für nötig, in Cypern Erkundigungen einzuziehen und eventuell die Unternehmer der Wasserwerke zu einem schriftlichen Kontrakt zu veranlassen, trotzdem ich persönlich nach Paris gegangen war, um wenigstens das durchzusetzen. Wir wollen hier nicht länger bei dem Verhalten der J. C A. verweilen und uns begnügen, einzuräumen, dass das Berliner Hilfskomitee immerhin schon einer Antwort gewürdigt wurde. Die Namen der Mitglieder, deren einige hier folgen, erklären hinreichend dieses Entgegenkommen. Es befanden sich darunter die Herren: Prof. Warbürg, Dr. Heinrich Meyer-Cohn, Prof. L. Levin, Prof. Leopold Landau, Prof. Philippson und einige andere der besten Namen der Berliner Judenschaft. Das ablehnende Verhalten der J. C A. und die übertriebene Vorsicht und Zaghaftigkeit," auf die man allenthalben stiess* führten dazu, dass das Berliner Komitee schliesslich nur mit 10 Leuten vorerst 2*