Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Verkehrswege Palästinas
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 9 — von Haifa haben zuerst die Verbindung per Wagen zwischen Haifa und Nazareth hergestellt. Schliesslich haben auch die Tscherkessen jenseits des Jordans in ihren Ansiedelungsorten für die Herstellung von fahrbaren Wegen gesorgt. Allerdings hat man sich nicht einmal darunter den von uns oben charakterisierten palästinischen Weg vorzustellen. .Auf ihren zweirädrigen Karren — „Aroba" genannt — kommen sie dort fort, wo ein europäischer Wagen nicht vorwärts könnte. Sie räumen die grossen Blöcke vom Wege fort, und damit ist ein fahrbarer Weg für sie fertig. Immerhin ist dies in Anbetracht der allgemeinen Verwahrlosung des Landes auch schon ein Fortschritt. Dass dem Lande dieser Zustand nicht immer eigen war, beweisen uns einerseits die Geschichte, andererseits die Spuren der alten Strassen, die mancherorts noch jetzt anzutreffen sind. Wenn zur Zeit der jüdischen Selbständigkeit die vielen, damals vorhandenen Wege vielleicht auch nicht erstklassig waren, so unterliegt es keinem Zweifel, dass zur römischen Zeit Palästina gut angelegte, gepflasterte Strassen besass. Vielerorts findet man noch die Spuren der römischen Strassen. Wir erwähnen nur als die wichtigsten Verkehrsadern jener Zeit, die „via moris", den Seeweg, der Damaskus mit der Mittelmeerküste verband und verschiedene Abzweigungen nach der Jesreel-Ebene und nach Aegypten hatte, die Strasse von Damaskus durch den Hauran nach Aegypten, welche dem jetzigen Derb-el-hadsch so ziemlich entsprach u. s. w. Was die Sicherheit der palästinensischen Wege betrifft, so ist es klar, dass mit der Ausdehnung des Strassennetzes die Passage der grossen Wege als vollständig sicher zu bezeichnen ist. Die Uebergriffe, mit denen die ersten europäischen Ansiedler zu kämpfen hatten, haben schon lange aufgehört. Sogar das Reisen im Innern des Landes auf entlegenen Pfaden bietet für einen landes- und sprachkundigen Europäer keine Gefahr. Hierbei muss gesagt werden, dass das energische Auftreten der türldschen Gouverneure ausserordentlich dazu beigetragen hat. So wurde das Gebiet von Hauran in den letzten 6—7 Jahren durch die Strenge des Mutessarifs fast ebenso sicher gemacht, wie die viel bereisten Gebiete des Westjordanlandes. Immerhin gibt es natürlich auch hier, wie in so vielen anderen auf höherer Kulturstufe stehenden Ländern, entlegene, wilde Gegenden, wo man Gefahr läuft, sein Pferd und sein Gepäck einem Räuber abtreten zu müssen. Jedoch auch dies ist wohl nur zu befürchten, wenn man allein oder in einer allzu kleinen Gesellschaft reist. IL Eisenbahnen. An Eisenbahnen ist Palästina recht arm, reich ist es jedoch an Eisenbahnprojekten. Erst in den neunziger Jahren bekam Palästina