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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Olivenbau für Palästina
Date
1902-05-01
Page
Seite 224 (sequence 14)
Language
German
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— 224 — In dieser Gegend giebt es nur europäische Mühlen. Einige Gelbaumpflanzungen, welche durch Anpflanzung von in. Baumschulen gezogenen Stämmen gebildet worden sind, liefern die besten und reichlichsten Erträge. Kabylien ist die bedeutendste Oelbaum-Region; es liefert fast die Hälfte des Gesamtertrages Algeriens. Die dort gezogenen Oelbäüme stammen im allgemeinen von gepfropften "Wildlingen; die vorherrschenden Arten sind der Chemlal, in der Ebene wachsend, und der Ajredj, im Gebirge gedeihend. Das Oel wird zum Teil durch die Eingeborenen mittelst primitiver Mühlen hergestellt, zum Teil in europäischen Fabriken gewonnen, welche mit allen erforderlichen Einrichtungen versehen sind und aus den -von den Eingeborenen angekauften Oliven ein gutes Produkt erzielen. In der Gegend von Philippeville, Bone und Guelma ziehen die Europäer Oelbäume, welche von gepfropften Wildlingen stammen;, auch von aus Frankreich eingeführten Arten hat man einige Pflanzungen angelegt. Das . von den Kabylen nach veralteten und mangelhaften Methoden hergestellte Oel ist stark und minderwertig; es würde von Europäern wegen seines eigentümlichen Geschmacks nicht genossen werden können. Die Eingeborenen schätzen diesen Geschmack und gemessen das Oel rein oder vermischt mit Samenöl. Man veranschlagt die im Jahre 1901 erzeugte Menge kabylischen . Oeles auf 3100000 kg; 100 kg kosten 60 bis 70 Franken. Von seiten der Landesverwaltung sind Anstrengungen gemacht worden, um die Kabylen zur Annahme der europäischen Oelgewinnungsverfahren behufs Vergrösserung und Verbesserung der Produktion zu bewegen. Die in europäischen Fabriken hergestellten Oele zerfallen in Oele erster Pressung, sogenannte Jungfernöle, hochfeine und feine, im Werte von 120 bis 140 Francs pro 100 kg, und in Oele zweiter Pressung, halbfeine und gewöhnliche, von denen 100 kg 80 bis 100 Francs kosten. > Man unterscheidet im Handel ferner die sogenannten huiles de consommation, die als feine verkauft werden und von den Oelbaumpflanzungen der Ebene, besonders von solchen stammen, welche die Chemlalart in grosser Menge enthalten, und Verschnittöle (huiles de cupage), welche namentlich in Tlemcen und in Kabylien aus Gebirgsoliven, besonders von der Art Ajredj, gewonnen werden. Sie werden an die Händler rein verkauft; diese vermischen sie mit ausländischen Oelen, je nach dem Geschmack der Konsumenten. Die von den europäischen Mühlen im Jahre 1901 erzeugte Menge Oel betrug 21555300 kg. Der Preis der Oele dieser Kategorie schwankt zwischen 94 und 127 Franken pro 100 kg, je nach den Regionen, aus denen das Oel stammt. Neben den Speiseölen erzeugt die Kolonie Brennöle (huiles lampantes), welche sich zur Seifenfabrikation eignen: 100 kg davon kosten 70 bis 80 Franken. Diese Oele werden auch zum Einfetten von Maschinen besonders auf Dampfschiffen verwendet. Die Oeltrester werden bisweilen nach Marseille verkauft, wo sie als Schweinefutter oder als Brennmaterial benutzt werden. Die Oelbaumkultur ist im Aufblühen begriffen; es giebt noch eine grosse Anzahl nicht gepfropfter Oelbäume, deren Veredelung binnen kurzem eine Zunahme der Oelerzeugung bewirken wird. Die

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