Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Olivenbau für Palästina
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 223 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Oran 2× ep/1048048
- Tlemcen 2× ep/1048142
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— 223 — Erzeugnissen bei der Einfuhr nach Frankreich keine Zollfreiheit gewährten. Im Jahre 1854 wurden in Algerien ungefähr 11 Millionen Liter Oel erzeugt; davon gelangten nahezu drei Millionen Liter zur Ausfuhr. Die Produktion des Jahres 1901 wird auf 24 600 000 kg geschätzt, von denen 4 539 807 kg ausgeführt wurden. Der Oelbaum wird in Algerien in sehr verschiedenen Gegenden angetroffen, welche aber nicht alle gleich günstig für ihn sind. Man findet ihn am Ufer des Meeres, auf den Hochplateaus, an den Grenzen der Sahara, in feuchten Thälern und auf hohen Bergen bis zu einer Höhe von 1200 m, wie auch in den bewässerten oder ausgetrockneten Ebenen. Das beste Erträgnis liefert die Oelbaumzucht in den vom Meere entfernt und 300 bis 900 m hoch hegenden Distrikten. Die einzelnen Gegenden eignen sich in der Regel immer nur für gewisse Arten, welche in Algerien sehr zahlreich sind. Viele Arten sind einheimisch, andere europäischen Ursprungs und erst in neuerer Zeit eingeführt. Gewisse Olivensorten werden zur Fabrikation von Konserven verwendet. Diese, letzteren werden fast gänzlich im Lande selbst verbraucht. In Hinsicht auf die Oelbaumkultur wird Algerien in fünf grosse Regionen eingeteilt. Es sind dies 1. die westliche Region, welche sich von Tlemcen durch die Ebene bis Oued-Fodda im Departement Algier erstreckt; 2. die Region von Dahra und Ouarsenis (Departements Oran und Algier); 3. die Region von Sahel und Mitidscha, im Departement Algier; 4. Kabylien (Departements Algier und Constantine); 5. die Region von Philippeville, Bone und Guelma (Departement Constantine). In der westlichen Region sind die Hauptkulturcentren des Oelbaumes: Tlemcen, Perregaux, Saint-Denis du Sig, Siddi-bel-Abbes, Relizane. Die Oelbäume werden dort künstlich bewässert und bilden zuweilen mehrere Hektare umfassende Pflanzungen. Ferner sind zu nennen Ain-Tedeles und Mascara, wo die Oelbäume in den Weinbergen gepflanzt werden. Die Hauptarten sind: der Oelbaum von Saint-Denis du Sig, welcher aus Tlemcen stammt, der Pendoulier oder Cornicapre, die Verdale. Die Vermehrung der Oelbaumbestände erfolgt, von seltenen Ausnahmen abgesehen, durch Anpflanzung von Stämmen, welche in Baumschulen - aus Stecklingen gezogen worden sind. Die Oelbaumpflanzungen von Oran befinden sich fast ganz in den Händen europäischer Kolonisten, welche sie mit der grössten Sorgfalt pflegen; daher haben auch die Oele dieser Gegend einen höheren Handelswert als 'die Oele der anderen Departements. In Dahra und Ouarsenis kultivieren die Eingeborenen die gepfropften Oelbäume und besitzen zahlreiche Mühlen zur Gewinnung des Oeles. In vier europäischen Mühlen werden die den Eingeborenen abgekauften Oliven verarbeitet. In Sahel und Mitidscha gehören fast alle einheimischen, im allgemeinen durch Pfropfen erhaltenen Oelbäume Europäern; sie stehen den provencalischen Arten: Rouget, Verdale, Pendoulier sehr nahe.