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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 225

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Olivenbau für Palästina
Date
1902-05-01
Page
Seite 225 (sequence 15)
Language
German
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, _ 225 — Europäer fahren fort, Oelbaumpflanzungen anzulegen. In einigen Jähren dürfte die Kolonie in der Lage sein, den eigenen Verbrauch an Oel, welcher gegenwärtig die Einfuhr von 9 Millionen Kilogramm Samenöl erfordert, zu befriedigen und dem Mutterstaat die 3 oder 4 Millionen Kilogramm Olivenöl zu liefern, welche er noch vom Auslande zu beziehen genötigt ist. * * * Ueber die Ernteaussichten auf Kreta wird hinsichtlich des Oelbaues zu Ende 1902 berichtet: Die ungewöhnlich lange andauernde Trockenheit des vergangenen Jahres Hess bereits Befürchtungen wegen der Ernte auf Kreta . aufkommen, bis der mit Ungeduld erwartete Regen Ende Oktober schliesslich doch noch zeitig genug eintrat, um wenigstens für Olivenöl ein günstiges Ergebnis zu sichern. Hinsichtlich dieses wichtigsten Ausfuhrartikels sind aus den Provinzen Canea und Rethymo gute Nachrichten über den Stand der Kulturen eingelaufen, dagegen wird in der Provinz Candia stellenweise über vorzeitigen Abfall der Früchte geklagt. Der Gesamtertrag an Olivenöl auf Kreta wird von fachkundiger Seite für das Jahr 1902 auf 190 000 dz geschätzt, die sich auf die einzelnen Provinzen folgendermassen verteilen. Es entfallen auf Canea 100 000 dz, auf Rethymo 30 000 dz und auf Candia 60 000 dz. Hiervon werden im Lande selbst etwa 50 000 dz verbraucht, so dass rund .140 000 dz zur Ausfuhr gelangen dürften. In den letzten zwei Jahren ist wegen der ungewöhnlich hohen Preise, abgesehen von einigen Schiffsladungen nach England, kein Olivenöl von Kreta nach Europa ausgeführt worden. Der grösste Teil des von Kreta ausgeführten Olivenöls geht in der Regel nach Syrien und Nordafrika, insbesondere nach Aegypten. Der Preis für Olivenöl schwankt in Canea zwischen 0,70 und 0,75 Frcs. Gold für die Oka (1 Oka 1,280 kg)/ In Candia, wo die .Qualität des Oels etwas besser ist, werden in der Regel 0,05 Frcs. für die Oka mehr gefordert. Zu diesen Preisen kommt für den Export noch der Ausfuhrzoll von 1 % und die auf allen zur Austuhr gelangenden Landesprodukten liegende^bgabe von 13 % des Wertes. * * * Ueber Olivenkultur in Cypern finde ich unter meinen eigenen Aufzeichnungen folgendes: . Die Olivenkultur erfordert im Vergleich mit anderen Baumkulturen wenig Sorgfalt und Sachkenntnis, und der Ertrag sowie die Fruchtbarkeitsdauer dieses Baumes übersteigt weit die der'anderen. Dagegen lässt die erste Ernte verhältnismässig lange auf sich warten, und zwar im Orient meist 8—12 Jahre, je nach Boden, Wasser etc. In Cypern nun finden sich insofern exceptionell günstige Verhältnisse*) für diese Kultur, als im Norden der Insel grosse Strecken mit jungen Oliven bestanden sind, die. gepfropft wurden, als.^vor einiger Zeit die englische Regierung eine Prämie für das Pfropfen junger Oliven aussetzte. Jetzt werden die gepfropften Bäume von den Pflanzern aus Mangel an Terrain für 1—2 Shilling per Stück verkauft (Oliven *) Zur Unterstützung der Olivenkultur hat überdies die englische Regierung auf Cypern den Zehnten -auf Oliven .abgeschafft. — Ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber dem Olivenbau in der Türkei und beispielsweise Kreta.

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