Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Olivenbau für Palästina
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 222 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 1× ep/1048155
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— 222 — , Bei einheitlichen Pflanzungen, die von guten Fachleuten im grossen Massstabe unternommen werden, ist sicher ein besseres Resultat zu erwarten, wie wir an anderen Stellen ja auch sehen. Ausserdem ist zu bemerken, dass kaum ein Land so hohe.Arbeitslöhne aufzuweisen hat, wie Australien. Schliesslich aber ist der niedrigste Nutzen der Rentabilitäts-Berechnung zu Grunde gelegt. Wenn bei einem Preise von 7 Shilling der Acker 14 Pfd. Sterl. ergiebt, so ergiebt er bei einem Preise von 10 Shilling 23 Pfd. Sterl. für den angenommenen Durchschnitt von 60 Gallonen per Acker, und zwar schon nach Abzug der Selbstkosten im Betrage von 7 Pfd. Sterl. Als Durchschnitt wird also wohl I8V2 Pfd. Sterl. per Acker (also 370 M.) für diese Kolonie angenommen werden können. (Pro Hektar wären das 925 M.) * * * In einer Anleitung für Pflanzer, die vom Ackerbau-Departement derselben Kolonie herausgegeben wird, sind alle möglichen Einzelheiten über diese Industrie gegeben. Es wird sich für Interessenten empfehlen, sich die Anleitungen, wie sie von englischen Kolonien und einigen der Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden, zu beschaffen, besonders da gerade über die moderne Olivenkultur sehr wenig sonst geschrieben ist * * * Einen ausführlicheren Artikel über die Oelbaumkultur und die Olivenöl-Erzeugung in Algerien veröffentlichen soeben die im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie" nach der „Revue commerciale de Bordeaux et du Sud-Ouest". Wir reproduzieren denselben in Extenso: Die Kultur des Oelbaumes in Nord-Afrika und in den Mittelmeerländern Europas und Asiens reicht bis in die älteste geschichtliche Zeit zurück. Im allgemeinen wird angenommen, dass die Phönizier verschiedene Arten dieses Baumes aus Syrien nach Afrika eingeführt und die Eingeborenen in der Kultur desselben unterwiesen haben. Die Römer führten das Werk ihrer Vorgänger fort; unter ihrer Herrschaft erfuhr der Anbau des Oelbaumes in Tunis und Algerien eine bedeutende Ausdehnung. Die mächtigen Trümmer von Oelkammern und Oelmühlen, welche man in diesen Ländern an verschiedenen Punkten antrifft, zeugen von der Entwickelung, welche die Oelbaumzucht während der ersten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung genommen hat. Die Einfälle der Araber hatten die Zerstörung der Oelbaumwälder zur Folge; die Kultur blieb bis zur Ankunft der Franzosen in Algerien auf einige Gegenden Kabyliens beschränkt. Die ersten europäischen Kolonisten, welche zumeist aus der Provence, aus Spanien und Italien stammten, nahmen die Oelbaumkultur wieder auf, indem sie die in grosser Anzahl wild wachsenden Bäume veredelten. Seit dem Jahre 1832 wird mit aus Frankreich eingeführten Mühlen aus algerischer! Oliven ein feines, dem europäischen vergleichbares Oel hergestellt. Die Landesverwaltung ermutigte diese Versuche; der Absatz des Oeles war jedoch lange Zeit5 durch die Zollgesetze erschwert, welche bis zum Jahre 1851 den algerischen