Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Olivenbau für Palästina
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 219 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 219 — wähnt unter anderem eine von schnellem Wachstum, gleichmütig auf welchem, aber vorzugsweise auf steinigem Boden. „Die Olive ist empfindlich gegen Kälte und trägt frühe und reichliche Frucht. * Dann werden 4 Arten genannt von besonderer Produktivität. „Diese Bäume" werden nicht gross, die Ernte ist daher leicht, und 16 Fuss Distanz genügen statt der üblichen 40; eine darunter, „Verdale", ist speziell empfohlen, weil fruchtbringend in 3 Jahren. Da die Olive am besten in solchen Bodenarten fortkommt, die lür andere Zwecke wertlos sind, so ergiebt dies besondere Vorteile für die Produktion dieses Stapelartikels, dessen jährliche Ernte sicher und dessen Markt ein unfehlbarer ist." * * * Aus „The Olive and its Product" von Lewin A. Bernays. Brisbane 1872, Governm. Printing-Office. Kapitel XI, Seite 61. Ernte und Wert. Decandolle nimmt den Oel-Gehalt der Olive zu 50% des Brutto- Gewichtes an; Sieuve sagt, dass 100 Pfd. Oliven 32 Pfd. Oel geben, nämlich 21 vom Fleisch, 4 vom Kern und 7 von der Schale, während andere 25% annehmen und von einer minderwertigen Abart der Ertrag auf 10% geschätzt wird. Für die Ernte per Baum ist es äusserst schwer, einen Durchschnitt anzugeben. Bei der Olive wie bei vielen anderen vegetabilischen Produkten giebt es keine feststehende Regel. Ihre Produktivität richtet sich nach Art, Klima, Boden, Kultur und Alter. Die Quantität derErnte wird ausserdem beeinträchtigt durch extreme Nässe oder Trockenheit, Unregelmässigkeit der WitterungsVerhältnisse, Hagel, Stürme und Ueberhandnehmen von Insekten. Es ist daher wie bei vielen anderen Produkten sicherer, sich nach dem Durchschnitt einer grösseren Keihe von Jahren zu richten. Aber selbst nach Berücksichtigung aller möglichen Vorkommnisse wird in Oliven- Ländern der Baum für eine der profitabelsten Kulturen gehalten, die es in der Landwirtschaft giebt. In den meisten vorhandenen Aufstellungen finde ich irgend einen schwachen Punkt, der ihren Wert beeinträchtigt. Wo der Durchschnitt per acre gegeben ist, fehlt das Alter der Pflanzungen, während von der Produktion eines einzelnen Baumes unter besonderen Umständen wenig gelernt werden kann. Der niedrigste Durchschnitt, den ich finde, ist 1 Gallone per Baum, während bei anderen Pflanzungen l1/*—2 Gallonen per Baum angegeben wird. Als Ernte von einzelnen Bäumen ist 12 bis 20 Gallonen genannt, während ein berühmter Baum 55 Gallonen und ein anderer 300 Pfd. Oel gegeben hat. Wenn wir den niedrigsten Durchschnitt annehmen, nämlich 1 Gallone per Baum und 60 Bäume per acre, so würde das Produkt zu dem Brisbane-Marktwert für importiertes Oel von 8,—*) per Gallone in den ersten Jahren des Fruchttragens 24 Lstr. pro acre**) betragen, während der Wert kultivierter Oelbäume absolut sicher mit jedem folgenden Jahre zunimmt bis zur *! Der Marktpreis des einheimischeiL Produktes in Adelaide ist 12,— per Gallone. **) 24 Lstr. per acre ist also 1200 Mark per Hektar! 4*