Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 218

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Olivenbau für Palästina
Date
1902-05-01
Page
Seite 218 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379787-2379792-2380547--00381-2380648
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 218 — „Wenn Ihr ein dauerndes Erbe Euren Kindeskindern hinterlassen wollet, pflanzt einen Oelbaum," sagt ein italienisches Sprichwort, und eine italienische Autorität schildert eine Oliven-Pllmtage als „eine Mine oberhalb der Erde". In Oliven-Ländern bildet der Baum beinahe den ganzen Unterhalt der Bevölkerung — die gegenwärtige Generation lebt mit geringer Sorge von den Früchten des Fleisses und der Intelligenz ihrer Ahnen. Einer der Hauptzüge der Olive als Stapelprodukt ist der zunehmende und dauernde Charakter der Ernte. Mit der gewöhnlichsten Sorgfalt und Intelligenz ist der Ertrag sicher und fortschreitend. Auch braucht sich der Farmer nicht zurückhalten lassen, durch die nicht unnatürliche Scheu zu einer neuen Industrie überzugehen, deren Früchte nicht (wie bei Korn und Heu) schon nach wenigen Monaten in Geld umgesetzt werden können. Mögen diejenigen, die die zur Errichtung einer Plantage nötigen Ausgaben nicht bestreiten können, an den Grenzen ihrer Ländereien, unmittelbar an den Zäunen, Oliven pflanzen. Durch dieses Mittel brauchen sie keinen Boden, der für schneller fruchttragende Pflanzungen verwendbar ist, und indem sie in dieser Weise einige Dutzend Bäume pflanzen, können die Farmer ohne die Gefahr eines Verlustes das Experiment versuchen. Wenn sie finden, dass sie im stände sind, Oel genug für die mannigfache Anwendbarkeit, die es in einer Farm finden kann, zu produzieren, für Familienverbrauch und als Schmieröl, wird es keiner Ueberredung bedürfen, sie zur Pflanzung in grossem Stile zu veranlassen. Sie werden die Aengstlichkeit bedauern, die sie verhinderte, dasselbe vor Jahren zu thun. * * * Sir William Macarthur, der den Olivenbau für Neu-Süd-Wales empfiehlt, sagt: „Wenn unsere Ackerbauer, unsere kleineren Farmer sogar, nur einsehen wollten, was es für eine Annehmlichkeit (ist, in einer Familie einen guten Vorrat von Olivenöl zu haben — wohlschmeckend und nahrhaft, wie es ist — wie es den Platz von Fett, Speck und Butter in der Küche ausfüllen sollte, wie jetzt schon thatsächlich in manchen Ländern — wie viel gesünder es ist, und vor allen Dingen wie einfach und billig die Pflege cies Baumes und die Zubereitung eines für den Hausgebrauch ausreichenden Oel-Quantums ist." Der verbreitete Glaube, dass die Olive ein langsam wachsender Baum ist, und dass sie viele Jahre bis zum Fruchttragen braucht, muss beträchtlich modifiziert werden durch Thatsachen, die sich aus der Erfahrung moderner Pflanzer ergeben. Durch sorgfältige Auswahl des Bodens, durch Rücksicht auf Klima und andere Beobachtungen und bei intelligenter Pflege hat sich die Olive als ebenso früh produktiv wie die Orange erwiesen, obgleich sie einige Jahre mehr braucht als die Orange, bis sie das Maximum der Produktivität erreicht. * * * Mr. Davenport in seinem Bericht vor der Handelskammer in Adelaide (Juli 1870) spricht von den verschiedenen Arten und er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.