Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Olivenbau für Palästina
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 217 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 217 — so ist kein anderer Fruchtbaum, der so viel Misshandlung ertragen wird. Ungepflegte oder schlecht gepflegte Bäume zeigen die Tendenz, nur einmal in zwei Jahren zu tragen. Der Oelbaum beginnt Frucht zu tragen, wenn er vier, fünf oder sechs Jahre alt ist. * * * Aus Bernays „The Olive and its Products", Brisbane (Australien) 1872. „Ich brauche nicht dabei zu verweilen, von welch' grösserer Wichtigkeit als die blosse Einführung von Gemüse und Obst für uns die Etablierung einer solchen Reichtumsquelle bei uns ist, wie die der Olive. Wir wissen, dass sie in Aegypten, einem weit heisseren und trockenen Lande als Queensland, gedeiht; und der folgende Brief eines intelligenten Farmers aus der Nähe von Brisbane wird über jeden Zweifel die Thatsache feststellen, dass es im Klima durchaus nichts giebt, was dem Erfolg mit diesem wertvollen Baum hinderlich ist." — Es folgen Angaben eines Farmers aus dem Jahre 1872, wonach 14jährige Bäume eine Höhe von 25 Fuss und einen Durchmesser von zehn Zoll hatten und seit dem achten Jahre Früchte lieferten. „In Süd-Australien ist die Produktion des Olivenöls eine permanente Industrie geworden, eine Thatsache, welche weitgehend die Meinung von Simmonds bestätigt, der im Jahre 1854 schrieb: „Wo immer man an der Seeküste Australiens einen Versuch gemacht hat, ist der Erfolg ein ganz vollständiger gewesen. Unglücklicherweise hat niemand versucht, die Pflanze in einem grossen Massstabe zu bauen, aber in wenigen Jahren dürfte Australien seinen eigenen Oelbedarf produzieren. Die Olive besitzt eine grosse Eigenschaft, die sie beinahe allen anderen Bäumen voraus hat, nämlich ihre Beständigkeit — einmal unter geeigneten Umständen gepflanzt, und sie ist in der That für immer gepflanzt. Sie erreicht ein beinahe unglaubliches Alter und ist gepflanzt worden seit, unbekannt langer Zeit. * * * Aus „The Olive and its Product" von Lewis A. Bernays, Brisbane 1872, Govern. Printing Office: Baron Ferdinand von Müller sagt uns, dass „die Olive eine zähe Pflanze und kaum irgend welchen Krankheiten ausgesetzt ist, die die Ernte zweifelhaft machen könnten," während sie den grossen Vorzug besitzt, dass sie nicht zu gründe geht durch Vernachlässigung, zum mindesten, dass sie nicht viel Arbeit oder Sorgfalt erlordert; — und entgegen dem Weinstock, dem Maulbeerbaum und «anderen Bäumen wird sie, wenn lange vernachlässigt, wieder aufleben, sobald der Boden ringsherum wieder aulgehackt und ihr einige Aufmerksamkeit zugewendet wird, und wird auf die ihr gewordene Sorgfalt durch Ernte reagieren wie früher. Wenn wir auf die Bodenarten zu sprechen kommen, werden wir finden, dass durch die Olive viel Land nutzbar gemacht werden kann, welches bis jetzt als verhältnismässig wertlos betrachtet worden ist. 4