Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Olivenbau für Palästina
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 213 (sequence 3)
- Language
- German
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— 213 — ebenso wie den Bestand und Ausbau der palästinensischen Kolonien sichern helfen kann. Wenn die Palästina-Bestrebungen der verschiedenen Arten eine Lebensberechtigung haben wollen — wenn sie mehr sein wollen als blosse Gelegenheiten, um schöne Worte zu machen und sich zu begeistern, so muss es doch gelingen können, die Auswanderung — die Exfiltration der Tagelöhner zu verhindern, die mit zu dem besten Menschenmaterial gehören, das wir in Palästina haben!! * * * Was zuerst den Olivenbau von Palästina selbst betrifft, so zeigt der englische Konsulargericht für die Jahre 1898 und 1899 einen Export über Jaffa von 4500 Pfd. Sterl. 90 000 M. im Jahre 1898 und 1350 Pfd. Sterl. 27 000 M. im Jahre 1899, ausserdem einen damit in engster Verbindung stehenden Export von Seife, der 1898 62 000 Pfd. Sterl. 1 240 000 M. und im Jahre 1899 die Ziffer von 125 750 Pfd. Sterl., also 2 575 000 M., erreicht hat. Der Export von Oel und von Oel-Fabrikaten ist also ganz bedeutend gestiegen und verdient unsere grösste Beachtung, schon einfach deshalb, weil sein Wert nicht viel weniger als die Hälfte des Gesamt-Exports ausmacht, der für 1899 mit 316 158 Pfd. Sterl. angegeben ist. (Der Ziffer nach die nächste Bedeutung hat der Orangen-Export mit circa 80 000 Pfd. Sterl, Sesam und Wassermelonen mit je circa 25 000 Pfd. Sterl., während Wein und Cognac, wovon man doch so viel hört, im Jahre 1898 mit 20500 Pfd. Sterl. und 1899 gar nur mit 2900 Pfd. Sterl. angegeben sind.) Wenn man bedenkt, welche Unsummen für den Weinbau in den Kolonien für die Kellereien und die Fabriken ausgegeben worden sind, so muss man sich wohl sagen, dass mit dem gleichen Aufwand für Oelbau und Oelgewinnung Palästina heute eines der reichsten Oelländer, speziell auch in Bezug auf Reinheit des Produktes, die ja für den Preis bestimmend ist, sein könnte. — Es kommt nun noch hinzu, dass sowohl die Oelgewinnung, als die Seifenfabrikation durchaus nicht grosse Kapitalien erfordern, so dass eine Abhängigkeit der Kolonisten, wie sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen bei der Weinkultur besteht, ausgeschlossen wäre! Es wäre auch keineswegs nötig, wenn man zu diesen Industriezweigen übergehen will, zu warten, bis die jetzt zu pflanzenden Oelbäume Frucht tragen. Das Aufkaufen der jetzt im Lande gewonnenen Frucht und das Pressen mittels vervollkommneter Maschinen, sowie die Weiterverarbeitung sind Erwerbszweige, mit denen eine grosse Anzahl von Menschen fast sofort einen lohnenden Verdienst finden könnten. * * * Der türkische Geograph Abdallah Tohmeh sagt, dass in den letzten 15 Jahren die Oelkultur in Syrien und Palästina sich verdoppelt habe. Allein die Seife-Ausfuhr von Beirut, die hauptsächlich nach Cypern und Aegypten geht, beträgt ca. 7500 Centner jährlich. Er erwähnt noch das interessante Faktum, dass bis zu diesem Jahrhundert die Regierung die Fabrikation und den Verkauf der Seife als