Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Bericht über eine Informationsreise nach Saida
Date
1902-05-01
Page
Seite 207 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2379786-2379787-2379792-2380545--00367-2380637
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 207 — reichtum tind der damit verbundenen Baumzucht des südlichen Libanon bekannt. Der Boden ist zwar hier auch, infolge der Zugehörigkeit des Gebirges, hauptsächlich zum Senon (eine der jüngsten Schichten der Kreideformation), von Natur aus sehr arm, aber man ist erstaunt über die Ueppigkeit der Vegetation überall dort, wo es an fliessenclem Wasser nicht fehlt. Die schönsten Fruchtbaumgattungen sind hier zahlreich vertreten, verschiedene, wertvolles Nutzholz liefernde Bäume, wie Pappeln, Platanen, Erlen, besonders Melia Azederach, dessen Blätter als Viehfutter verwendet werden, kommen überall dort vor, wo auch nur etwas Wasser sprudelt. Wiederum sind die Abhänge und Plateaus, welche nicht bewässert werden, mit schönen Oel-, Feigen- und Maulbeerpflanzungen bestanden. Die Maulbeerbäume werden hier auch nicht selten bewässert, sie entwickeln sich zwar, bei Bewässerung viel schneller, sollen aber eine weniger leine Seide liefern. Diese gut bebaute Gegend, welche in regenreichen Jahren, wie in dem verflossenen z. B., auch gute Getreideernten liefert, gehört zum Teil zur Kompetenz des Kaza Saida, zum Teil zu derjenigen der libanesischen Administration. Die Besitzverhältnisse sind denjenigen des Gebietes nördlich von Saida ähnlich, d. h. der Boden gehört den Fellachen selbst, die Parzellen sind grösstenteils verteilt, im Gegensatz zu den palästinensischen Almenden, was schon durch die bedeutende Entwickelung der Baumkultur genügend illustriert wird. Der Erwerb eines zusammenhängenden Komplexes von 50—100 ha ist durch diesen Umstand sehr erschwert. Auch sind die Verbindungswege in dieser Gebirgsgegend noch sehr mangelhaft und ermöglichen vorläufig, mit Ausnahme der schon erwähnten Chaussee nach Dschezzin, noch keinen Wagenverkehr. Wenn wir uns nunmehr der Betrachtung des Südens zuwenden, so sind wir zuerst durch den Anblick der sich vor uns gegen Süden hinziehenden, von der Gebirgskette bald mehr, bald weniger nach dem. Meere zu zurückgedrängten schmalen Ebene freudig überrascht. Im Gegensatz zu der syrischen Küste südlich von Akka (ganz Palästina hindurch bis nach Ei-Arisch hin), fehlen hier die Sanddünen fast vollständig. Da keine Sümpfe vorkommen, ist das Klima gesund, Der Boden — alluvialer Lehm — sehr fruchtbar und zu verschiedenen Kulturen geeignet. Wasser wird in verhältnismässig geringer Tiefe gefunden. Die unmittelbare Nähe der Stadt ist gut kultiviert, man sieht neu angelegte Gärten, die das Wasser aus Brunnen entnehmen. Die auf den Anhöhen des hier weniger steil ansteigenden Gebirges gelegenen Dörfer, welche ihre Aecker in der Ebene besitzen, haben ihre schönen Pflanzungen auf den Abhängen und Höhen der Hügel und Berge, während sie in der Ebene Getreide bauen. Als Feldfrüchte werden hier Weizen, Gerste, Sorgho, Sesam, Mais, Kichererbsen, Linsen, Wicke und andere kleine Leguminosen arten sowie Wassermelonen angebaut Als Baumgattungen kommen hier die schon früher aufgezählten, mit einer gewissen Bevorzugung von Oel- und Feigenbäumen, vor. Hier findet man schon in den Dörfern eine häufige und ziemlich bedeutende Beteiligung am Bodenbesitz von Grundbesitzern, die nicht zum Bauernelemente gehören. Diese Grundbesitzer, türkische und arabische Effendis verschiedener Herkunft, bewirtschaften nur in den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.