Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Bericht über eine Informationsreise nach Saida
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 206 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 2× ep/1047833
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— 206 - Von der Absicht geleitet, die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Beschäftigung für die jüdische Bevölkerung zu studieren, die, nebenbei gesagt, nicht 600, wie es bei V. Cuinet und nach ihm bei Bädecker angegeben wird, sondern ca. 1000 Seelen stark ist, wendete ich mich einer genauen Betrachtung der Umgebungen von Saida zu. Es galt hierbei, den Gesichtspunkt nicht aus dem Auge zu verlieren, dass eine verhältnismässig geringe Entfernung von der btadt bevorzugt werden, müsste, damit die Arbeiter wenigstens einmal in der Woche nach Hause kommen sollten. Mit dem Norden beginnend, bemerken wir von vornherein, dass wir schon a priori überzeugt waren, dass wir hier nichts für unsere Zwecke Entsprechendes herausfinden würden. Der Wohlstand und die Kultur sind nämlich in dieser Gegend so hoch, die Parzellierung so weit zum Aeussersten getrieben, dass es schwierig ist, einen arrondierten Besitz zu erwerben, abgesehen von den sehr hohen Preisen. In einer geringen Entfernung von Nahr-el-Aulen beginnt schon das Gebiet der autonomen libanesischen Provinz, welches, die Meeresküste entlang, sich bis kurz vor Beirut hinzieht. Die geregelte Administration dieser Provinz hat die ausserordentliche Entwicklung des Bodenanbaues zur Folge. Wenn auch die' Kultur hier noch stark entwickelungsfähig ist, so wird doch schon jetzt die Landwirtschaft ziemlich intensiv betrieben. Die im allgemeinen von Natur aus wenig, begünstigten Böden der Gebirgskette sind durch den Fleiss der Bevölkerung, welche den Wasserreichtum der Region gut auszunutzen versteht, mit schönen Pflanzungen von Oel-, Feigen- und ganz besonders Maulbeerbäumen bedeckt worden. Wenn aber auch die aufgezählten Baumgattungen keiner künstlichen Bewässerung bedürfen, so ist doch eine gewisse Menge von Wasser zur Aufzucht der Bäumchen in der Baumschule unentbehrlich. Die übrigen Kern- und Steinobstgattungen werden künstlich bewässert oder an Bächen und Quellen gepflanzt. Die Seidenzucht ist eine der wichtigsten Beschäftigungen der Bevölkerung und bildet die bedeutendste Einnahmequelle der Landwirte. Wie intensiv die Kultur in diesem Gebiete ist, beweist schon der Umstand, dass das grosse Dorf Damur, welches an der Meeresküste zwischen Saida und Beirut, in gleicher Entfernung von beiden, gelegen ist und durch seinen Seidenbau besonders bekannt ist (mehrere Seidenspinnereien sind mit der Abwickelung der Kokons von Damur und Umgebung beschäftigt), von Athlit, Akka und Sur in Barken Schaf-, Kamel- und Eselmist bezieht. Abgesehen von dem Seidenbau, dieser wichtigsten Kultur, kommt für die von baida nördlich gelegene und gegen Beirut sich hinziehende Gegend die Gemüsekultur zum Zweck der Versorgung von Beirut noch mehr in Betracht als für Saida selbst. Es ist nun begreiflich, dass in einem so intensiven Land bau treibenden Gebiete es schwierig sein dürfte, infolge der oben auseinandergesetzten Gründe Boden zu erwerben. , Im Osten von Saida beginnt das libanesische Gebirge, ziemlich schroff zu steigen und bietet in landschaftlicher Beziehung sehr viel Interessantes. Ein Besuch der verschiedenen, bald auf den Höhen, bald in den Schluchten gelegenen Dörfer machte uns mit dem Wasser-