Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Die ägyptische Mittelmeerküste vom Suez-Kanal bis Refah
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 195 (sequence 2)
- Language
- German
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— 195 — zurück; Die Gegend südlich von' EkÄrish ist hauptsächlich wellenförmige Wüste, die nach Süden schräg aufsteigt und mit ziemlich viel Gras und niedrigem Gestrüpp bewachsen ist. Sie "wird vom Wadi- Arish entwässert,' der auf dem hohen Plateau ungefähr 150 Meilen weiter südlich beginnt und gewöhnlich ganz trocken ist, obgleich er nach einem Regen — einem allerdings sehr seltenen* Ereignis — zu einem ziemlich beträchtlichen Strome anschwillt. Jäh erheben sich in dieser• Ebene vereinzelte Hügelgruppen, von denen die wichtigsten sind: Jebel Hellal, Jebel Jellag und die Moghrarahhügel; alle erheben sich bis zu einer Höhe von ungefähr 3000 Fuss über dem Meeresspiegel. Die Strasse folgt nun dem ausgetrockneten Bette des Wadi ungefähr zehn Meilen und erreicht dann Bir-Lefun, einen alten, aus Steinen erbauten Brunnen, der neuerdings gereinigt wurde, 50 Fuss tief ist und sechs Fuss frisches Wasser hat. Dann geht es weiter nach Südwesten (25 Meilen), bis zum Wadi-Surr, der aus einer engen Felsschlucht der Moghrarahhügel hervordringt und sich mit dem Wadi-Arish ein paar Meilen nördlich von Jebel-Hellal vereinigt. Die Moghrarahhügel sind mit abschüssigen Schluchten stark durchsetzt, die alle ihr Wasser in den Wadi-Surr führen. Sie werden beständig von: den Minsofia-Arabern bewohnt, ein kleiner und ziemlich gesetzloser Stamm; während im Frühling Araber des Terebin-Stammes, wie auch die Aardi und Tayhrah ihre Herden auf die Weide treiben, welche um diese Jahreszeit gut ist. Hier giebt es verschiedene alte Brunnen und Cisternen. Die wichtigste ist Bir - Moghrarahdie ungefähr 15 Meilen mitten in den. Hügeln liegt. Um diese zu erreichen, muss man dem Hauptbette des Wadi in einer gewundenen Schlucht folgen, an deren oberen; Ende ein solid gebautes, jetzt aber zerfallenes steinernes Fort liegt.; Die Cisterne ist aus dem Felsen herausgehöhlt und so eingerichtet,! "dass sie nach einem Regen durch den Strom gefüllt wird, der dann von den umgebenden Hügeln herabfliesst. Als ich sie im Dezember aufsuchte, war die Cisterne ganz voll, aber es war unmöglich, die Grösse zu erkennen, da sie in den Hügel eintunnelliert ist. Nach. Angaben der Eingeborenen muss sie aber, sehr gross sein und wenigstens 40 000 Gallonen enthalten. Das Alter des Forts und der Cisterne ist schwer festzustellen, aber ihre Bauart deutet auf die ptolemäische: Zeit, und zwar auf ca. 300 vor der üblichen Zeitrechnung, hin.. Ungefähr vier Meilen jenseits der Cisterne ist die Wasserscheide erreicht, und es führt nun der Weg durch ein' schmales, Thal nach einer offenen Ebene. Dieser Weg ist zu abschüssig, als dass ihn. beladene Kamele passieren könnten. Hier wird nach dem Winterregen etwas Gerste gepflanzt, und wie es bei guten Grasplätzen üblich, finden sich fast immer grosse Herden von Schafen und Ziegen in der Nachbarschaft. Nachdem man den Saum der Wanderdünen überschritten hat, der hier 50 Fuss hoch liegt, ist der Jebel Gederah erreicht. Dies ist ein isoliert dastehender Berg von 1500 Fuss," und da Wasser, obwohl backiges, hier im Winter durch Graben in den; Wadis gewonnen wird, ist es ein Lieblingsweideplatz der Aardi- Araber, deren Hauptgebiet nahe bei Ismailia ist.