Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Die ägyptische Mittelmeerküste vom Suez-Kanal bis Refah
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 194 (sequence 1)
- Language
- German
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DIE AEGYPTISCHE MITTELMEERKUESTE VOM SUEZ-KANAL BIS REFAH. Von Major Rycroft. (Nach Geographical Journal, November 1902.) Vom Suezkanal bis Refah, welches 30 Meilen*) jenseits El-Arish liegt und die thatsächliche Grenze zwischen Aegypten und Palästina bildet, ist eine Entfernung von 140 Meilen. Das Ganze ist auf den meisten Landkarten als Wüste gezeichnet mit einem breiten Streifen am Meere, der als Sanddüne bezeichnet ist. In früheren Zeiten wurde dieser Weg von Sälhieh nach El-Arish über Kantara stark besucht, und grosse Karawanen passierten ihn beständig; aber durch den nun gewonnenen Seeweg, der billiger und ruhiger ist, giebt es jetzt dort nur wenig Verkehr. Wenn man den Kanal mit der Fähre bei Kantara überschreitet, tritt man in eine mit Gestrüpp bewachsene Ebene, die sich 16 Meilen läng sanft aufsteigend nach Osten hin erstreckt, wo die Zone der Wanderdüne anfängt und der Weg plötzlich tief und schwierig wird. Diese Dünen, welche zuweilen bis zu 200 Fuss Höhe anwachsen, bestehen aus feinsten Sandpartikelchen und. haben die Neigung, sich unter dem Einfluss des Windes — hier wirkt hauptsächlich der Westwind, aber er variiert zwischen Nordwest- und Südwestwind — in östlicher Richtung zu bewegen. Nach 9 Meilen tiefen Sandes durchschneidet der Weg plötzlich eine fruchtbare, etwas marschige Ebene, die mit einer grossen Anzahl Palmbäume bestanden ist. Dies ist die Oase von Gatya, wo man in einer Tiefe von 6—12 Fuss unter der Oberfläche brackiges Wasser überall in einem Umkreise von 20 Meilen findet und wo eine grosse Menge von Dattelpalmen wachsen. Diese gehören den Beduinen, die aber den grössten Teil des Jahres in den Charkiyeh- und Dakahliyeh-Provinzen leben (Unterägypten), aber diesen Teil der Wüste im August und September besuchen, um die Datteln einzusammeln. Von Gatya ab geht die Strasse wieder durch die Region des wandernden Dünensandes und führt über Birel-Abd (16 Meilen) nach Bir-el-Maza (32 Meilen), dem einzigen Wasser zwischen Bir-el-Abd und den brackigen Brunnen in den Palmenhainen; nahe El-Arish, ungefähr 26 Meilen weiter östlich. El-Arish ist eine mit Erdziegeln gebaute Stadt mit einer Bevölkerung von einigen 5000 Seelen und liegt unterhalb eines kleinen Forts, l1/^ Meilen vom Meere und am West-Ufer des Wadi-Arish. Die Stadt wird scheinbar durch die sich vorschiebenden Sanddünen arg gefährdet. Das gewöhnlich trockene Flussbett des Arish tritt hier in die See ein und in diesem Thal von ca. ll/2 Meilen Breite stehen grosse Palmenhaine und Gärten mit vielen Brunnen. Die Wüste vom Suez-Kanal bis El-Arish ist vielen bösen Staubstürmen unterworfen,, welche von Arabern sehr gefürchtet werden, und oft einige Tage anhalten, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. — Mit der Absicht, zu untersuchen; ob man den Kanal zwischen Port Said und Ismalia auch erreichen könnte, ohne die Zone der Wanderdünen zu berühren, kehrte ich auf einer mehr südlichen Route nach Ismalia *) Englische Meilen. — 1 engl. Meile 1,6 km.