Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Die ägyptische Mittelmeerküste vom Suez-Kanal bis Refah
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 196 (sequence 3)
- Language
- German
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— 196 — Von hieraus direkt nach Ismalia zu gelangen, würde einen sehr schwierigen Marsch von 45 Meilen quer durch die Wanderdünen erfordern. . Diese können jedoch gänzlich vermieden werden, wenn man einen Umweg etwas nach dem Süden macht und linker Hand abbiegt, wenn das Ufer des grossen Bittersees erreicht ist; von da bis wo man den Suez-Kanal nördlich vom Timsah-See trifft, geht es sich sehr gut. Mit Ausnahme der 5000 Einwohner von El-Arish, von denen nur 1000 Beduinen sind, ist die Linie Port Said—Ismailia bis zu der Grenze Palästinas sehr dünn bevölkert, die Hauptstämme sind: I. Die Terebin-Araber, welche den unteren Teil Palästinas bewohnen. Es ist das ein mächtiger Stamm, und es gehören ihm grosse Kamelherden, viele Schafe und Ziegen und eine ziemliche Anzahl Pferde. II. Die Sowarki-Araber, welche in der Flachküste zwischen Gatya und Refah wohnen; von diesen mögen vielleicht 5000 vorhanden sein (Männer, Frauen und Kinder). Die meisten leben in der Nähe und im Osten von El-Arish; sie bauen Gerste und züchten Kamele, Schafe und Ziegen, wie auch einige Pferde. III. Die Aardy-Araber leben um und östlich von Ismailia, und sie haben Weiderechte bis zu den nördlichen Abhängen des Jebel Mogharah. Sie besitzen eine grosse Anzahl Kamele, auch Schafe und Ziegen. IV. Die Minsofia-Araber leben in und um Jebel-Moerib, sind aber gering an Zahl. V. Die Fayhah-Araber leben bei und südöstlich von Bir-Hassanah und haben ihre Hauptquartiere in Nackl. Es ist schwer, die Anzahl der Beduinen festzustellen, welche sich beständig in der Wüste aufhalten; aber sie ist sehr klein, da sich immer mehr die Tendenz bemerkbar macht, sich nach den Rändern der Ackerbau-Regionen in Unterägypten hinzuziehen und die Herden unter der Aufsicht von Hirten zurückzulassen. Es giebt wenig Wild in dieser Wüste, obgleich beim Suezkanal, besonders zwischen Kantara und den Bitter-Seen, es eine Anzahl Gazellen giebt, während in Jebel Hellal, Jebel Jellag und gelegentlich in Jebel Moghrarah der kleine Ibec der Sinai-Halbinsel angetroffen wird. In allen oben erwähnten Hügeln findet man auch eine ziemliche Anzahl Rebhühner; auch kleine Wüstenhasen kommen häufig vor. Sollte es je notwendig sein, eine Eisenbahn durch die Wüste zu bauen, so bin ich sicher, dass der beste Weg dicht am Meere entlang sein würde; denn der Versuch, die Linie durch den Sandgürtel zu legen und dort in Stand zu halten, würde in Anbetracht der Wanderdüne fast unausführbar sein.*) *) Wir haben bereits in unserem ersten Artikel (Heft I, Seite 38) auf die Wichtigkeit des unter ägyptischer Oberhoheit stehenden Teiles von Palästina hingewiesen, mit besonderer Hervorhebung des Satzes, dass nur hier die Verbindungsbahn zwischen den grossen afrikanischen und asiatisch-europäischen Schienen-Netzen hergestellt werden kknn. Es ist auch klar, dass der Bau dieser Bahn in absehbarer Zeit erfolgen muss. Bei dieser Gelegenheit sei auch nochmals auf die im damaligen Artikel enthaltenen Kartenskizzen aufmerksam gemacht. ' Die Red.