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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 187

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Eine kalifornische Kolonisationsmethode
Date
1902-05-01
Page
Seite 187 (sequence 2)
Language
German
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- 187 - , In dieser Weise können JECaufleute oder Handwerker Landwirt« ^werden, ohne durch ihre .Unkenntnis der. Landwirtschaft sehr behindert sein, da die Baum ernte verhältnismässig geringe Schwierigkeiten rbietet. Einen Pflaumenbaum zu schütteln ist sozusagen keine Kiinst. Die Gesellschaft geht aber noch einen Schritt weiter. Es handelt sich ja auch darum, Tür die Produkte einen Markt zu finden. Zu diesem Zwecke ist eine Organisation vorhanden, bestehend aus: (den .Kolonisten, die für ihre Mitgliedschaft einen bestimmten Beitrag zu entrichten haben, und geleitet von Fachleuten und gewählten Vertretern der Mitglieder. So kann der Besitzer einer Parzelle an seinem bisherigen Wohnorte bleiben und seiner bisherigen Beschäftigung nachgehen, solange er will. Er bezahlt für die Arbeit, die auf seinem Stück Lande gethan wird, er entrichtet seinen Beitrag an die Handelsgesellschaft und steckt den Ueberschuss in die Tasche. Ein derartiger Verkauf der Produkte sichert nicht allein die Erzielung der höchsten .erhältlichen Preise, eis wird auch dadurch einer Konkurrenz innerhalb der Kolonie vorgebeugt. Zu einer präziseren Vorstellung von dieser Methode dürfte es vielleicht dienlich sein, einige nähere Angaben mit Ziffern mitzuteilen, die für unsere Verhältnisse zwar keineswegs massgebend sein werden, immerhin aber einen illustrativen Wert haben. > . Der Käufer einer Parzelle in Maywood Golony (Californien) bezahlt im ersten Jahre 35 Dollars per Acre für Pflügen und Bepflanzung. Gepflanzt werden zweijährige Mandel-, Feigen-, Pfirsich-, Aprikosen-, Birnbäume etc. (Bei Olivenpflanzung ist der Preis 40 Dollars per Acre.) Im zweiten; und jedem folgenden Jahre sind l21/2 Dollars per Acre zu entrichten für die vollständige Pflege der Bäume durch Arbeiter, die unter fachmännischer Leitung stehen. Auf diese Weise kostet zum Beispiel eine Parzelle von 10 Acres: 500 Dollars für das Land, 400 Dollars für 900 Oltvenbäume inklusive Pflanzung und Pflege im ersten Jahre und 375 Dollars für die Pflege der Bäume in den drei folgenden Jahren. Diese Zahlungen — im ganzen 1275 Dollars — bringen die Pflanzung in tragenden Zustand, und eine vorsichtige, mässige Schätzung spricht von einem Reinertrage (nach dem vierten Jahre) von 500 bis 5000 Dollars per Jahr. Ich habe oben erwähnt, dass ich die Ziffern nicht als massgebend hinstellen möchte. Um zu zeigen, wie viel Spielraum, einer mehr pessimistischen, Anschauung gelassen werden kann, dürfte es genügen, an folgendes zu erinnern: Eine kürzlich erschienene Statistik über die algerischen Juden giebt als „wohlhabend" diejenigen Familien an, deren Ernährer 1 Francs und mehr per Tag verdient — davon kann eben im Orient eine Familie leben! Es erübrigt noch, über die Anpassung der geschilderten Methode für unseren Fall einige "Worte zu sagen. Der kolonisierende Faktor erwirbt ein Stück Land, ausreichend, sagen wir, für 1000 Familien und entsprechend in 1000 Parzellen geteilt, die zum Kaufe angeboten werden. Der Erwerb von Parzellen durch Ratenzahlungen wird weiteren Kreisen ermöglicht werden können, 2*

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