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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 186

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Eine kalifornische Kolonisationsmethode
Date
1902-05-01
Page
Seite 186 (sequence 1)
Language
German
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— 186 .— EINE KALIFORNISCHE KOLONISATIONS¬ METHODE. Von Ben-David.*) Die grösste von all den zahlreichen Schwierigkeiten, unter denen die jüdischen Kolonisations-Versuche bisher zu leiden hatten, lag in dem Mangel an einer geeigneten Methode. Wurde eine Anzahl von Juden irgendwo angesiedelt, so hatte man nichts anderes dabei im Auge, als die Kolonie so schnell als möglich in ertragsfähigen Zustand zu setzen, und man war befriedigt, wenn dies sich in nicht allzu langer Zeit ermöglichen Hess. Man nannte das dann einen Erfolg, ohne sich zu vergegenwärtigen, dass selbst eine noch so grosse Anzahl solcher „Erfolge" im besten Falle nur den wenigen Kolonisten geholfen hatte, und zwar meistens mit ganz unverhältnismässigen Geldopfern. Eine Kolonisation, bei" der jede neue Gruppe aufs neue von vorn anzufangen hat, kann bei der Ungewohntheit landwirtschaftlicher Arbeiten und bei den sonst recht reichlichen Schwierigkeiten zu einer grossen Abhilfe durchaus nicht genügen. Auch deshalb nicht, weil zur Aussendung stets neuer Gruppen Geldmittel gehören würden, wie sie thatsächlich nicht flüssig gemacht werden können. Die ganze Sache wird viel zu sehr von Fall zu Fall behandelt. Hat man äich gegenüber irgend einer Notlage einmal zu einer „That" aufgerafft — und zwar selbstverständlich zu einer unzulänglichen. —, so ist man befriedigt und „wartet" eben auf den nächsten derartigen Fall, uin wieder „etwas zu thun". Eine Abhilfe ist hier dringend notwendig. Will man kolonisatorisch auch nur Nennenswertes vollbringen, so muss System in die Sache gebracht werden. Sonst sind wirkliche Erfolge — bei der Neuheit landwirtschaftlicher Beschäftigung für die Juden— schlechterdings unmöglich. Im folgenden soll eine Kolonisations-Methode skizziert werden, die in Kalifornien mit schönem Erfolge angewendet wird, und die mir, unseren Verhältnissen angepasst, sehr aussichtsreich erscheint. Das System ist ausserordentlich einfach. Eine Gesellschaft übernimmt ein grösseres Stück Land, parzelliert es und bietet die Parzellen zum Kaufe an. Aber nicht das Land, wie es ist —- für solches fänden sich wenige Käufer. Die Gesellschaft unternimmt es, das Land in — sagen wir — fünf Jahren in ertragsfähigen Zustand zu versetzen (in Kalifornien handelt es sich meist :um Baumkultur) und offeriert ihre Parzellen vollständig hergerichtet und bepflanzt, so dass der Käufer, der fünf Jahre Zeit hatte, die Kaufsumme in Raten zu bezahlen, nach Ablauf dieser Zeit sich im Besitze eines ertragsfähigen Landstückes befindet. *) Dieser Artikel erschien ursprünglich in der „Welt" (Juni 1899) und hat damals keinerlei praktische Folgen gehabt. Möglich, dass Erscheinungs-Ort und -Zeit nicht geeignet waren —, möglich, dass dies auch noch für den heutigen Wiederabdruck des Artikels in „Palästina" zutrifft. Jedenfalls sei hiermit das Thema nochmals zur Diskussion gestellt.

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