Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Eine kalifornische Kolonisationsmethode
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 188 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 188 — da die Abzahlungsdauer ja keine bestimmte sein wird. Wir mögen annehmen, dass es sich meist nur von 5 bis zu 15 Jahren handeln dürfte, doch ist auch eine bedeutend längere Dauer durchaus nicht ausgeschlossen. Diese Ratenzahlungen, die ja vom ersten Jahre an einlaufen, ermöglichen der Gesellschaft sofort eine genügend grosse Anzahl von Arbeitern zu kolonisieren, die die ganze Strecke von 1000 Parzellen gleichmässig in Arbeit nimmt. Diese Arbeiterkolonisten —- nehmen wir an, 200 — bezahlen sozusagen ihre Raten in Arbeit, die selbstverständlich wohl geleitet sein wird. Ich betone nochmals, dass ich die Ziffern nicht als massgebend annehme. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese 200 Familien im Orient für ihren Unterhalt hoch gerechnet hunderttausend Francs benötigen, und dass dieser Unterhalt teilweise aus eigener Produktion gewonnen wird, so dürfte es klar sein, dass die Ratenzahlungen der Landkäufer in jedem Falle, d. h. auch bei Annahme eines anderen Ziffernverhältnisses für den Unterhalt der Arbeiterkolonisten ausreichen werde. Die Gleichmässigkeit der Bearbeitung — selbstverständlich nur soweit die Bodenart etc. eine solche gestatten — kann zum Beispiel dadurch gesichert werden, dass den Arbeitern erst nach etwa 5 Jahren ihre eigenen Parzellen zugewiesen werden. War die Bearbeitung nicht gleichmässig, so erhalten die Arbeiter schlechtere Stücke Landes. Auf diese Weise kann ein Anfang ziemlich grossen Stiles gemacht werden ohne grosse Geldmittel und mit sofortiger Arbeitsgelegenheit für die ersten Ansiedler. Auf diese Weise wird aber auch das Bedenken der jüdischen Kaufleute und Handwerker beseitigt, denen heüte der Uebergang zur Landwirtschaft mindestens als ein gewagtes Experiment erscheint. Der jüdische Kaufmann und Handwerker, der sich eine ruhige Zukunft schaffen will, wird sich einen Termin von einigen Jahren setzen, innerhalb welcher Zeit er seine Geschälte weiterführt und allmählich abwickelt, und seine Parzelle ganz oder teilweise abbezahlt. Unter Umständen kann ihm sein Stück Land schon Nutzen tragen, noch bevor er dorthin geht. Eignet er sich zu keiner Art landwirtschaftlicher Arbeit, so wird er sie stets von Arbeiterkolonisten geleistet bekommen können. Weitere Einzelheiten dürften kaum nötig sein, und so will ich zu meinem Ausgangspunkte zurückkehren und resümieren: Eihe derartige Methode bietet eine gründliche Abhilfe, bricht mit dem demoralisierenden Wohlthätigkeitssystem und geht in ihrer Wirkung weit hinaus über die bisherige „Von Fall-zu-Fall-Methode".