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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 179

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Das landwirtschaftliche Werk der Alliance
Date
1902-05-01
Page
Seite 179 (sequence 5)
Language
German
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— 179 — man nach Beendigung ihrer Lehrzeit in Mikweh sich selbst überlässt und die spezielle Fähigkeiten in den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft besitzen, finden hier nur selten die Möglichkeit, ihre erworbenen Kenntnisse zu verwerten. Gut organisierte und sorgfältig unterhaltene Wirtschaften, wie man sie in Europa findet, und wo sie Arbeit finden könnten, existieren hier nicht. Zwar haben sich einige einheimische Landwirte an Mikweh um einen wohlausgebildeten Werkführer oder Praktikanten gewendet. Doch sei es die Unmöglichkeit, sich einem solchen Milieu anzupassen, sei es das überaus mässige Gehalt, sei es Unfähigkeit, genug, die engagierten jungen Leute sahen sich bald genötigt, die Stellen zu verlassen. Was die Kolonien von Palästina betrifft, so fällt es den einheimischen jüdischen Arbeitern schon schwer genug, die Konkurrenz mit der arabischen Arbeit, welche ungefähr mit einem Franc pro Tag bezahlt wird, auszuhalten. Um wie viel mehr also den aus Mikweh hervorgegangenen jungen Leuten, welche, wie wir es darthun wollen, im allgemeinen ganz andere Ansprüche haben. II. Niveau der Studien in Mikweh-Israel. Mikweh ist eine praktische Landwirtschaftsschule, in welche die im Alter von 13—15 Jahren aufgenommenen Schüler mit einer elementaren Bildung eintreten. Man wählt die stärksten und tüchtigsten Eleven aus den Elementarschulen der Alliance. Mit Ausnahme einiger Söhne von Kolonisten sind sie alle Stadtkinder, die keine Ahnung von Feldarbeit oder Diesbezüglichem haben. Die Lehrzeit in Mikweh beträgt fünf Jahre, im Verlauf welcher man die Kinder langsam an die Bodenarbeiten, an die Handhabung der verschiedenen landwirtschaftlichen Maschinen und Werkzeuge gewöhnt, dieselben in den mannigfaltigen Zweigen der Bodenbewirtschaftung einübt, ihren Körper nach und nach stählt, damit sie ungestraft die physischen Anstrengungen und die rauhen Jahreszeiten ertragen können. Dies sind die praktischen Uebungen, welche dazu bestimmt sind, den kleinen Städter in einen gewandten und erfahrenen Landwirt zu verwandeln. Man sieht, fünf Jahre sind nicht zu hoch bemessen für diesen sozusagen physischen Teil des Programms. Die intellektuelle Seite desselben besteht in der Pflege theoretischer Kenntnisse, deren Nützlichkeit jedermann anerkennen muss. Der Schüler soll das Warum jedes landwirtschaftlichen Verfahrens begreifen, er soll die Maschine, die er anwendet, besser kennen und schätzen lernen, er soll sich über die meteorologischen Bedingungen und ihren Einfluss auf die Bodenkultur Rechenschaft ablegen u. s. w. * . Aber die grosse Schwierigkeit besteht darin, das richtige Verhältnis zwischen der theoretischen und der praktischen Lehrmethode zu finden. Es ist nicht leicht, dieses Verhältnis so zu bestimmen, das es dem gesteckten Ziel auch entspräche. An der Administration ist es, diese beiden Grundsätze in zweckdienlicher Weise zu regeln. Während der letzten zehn Jahre hat man sich in Mikweh bestrebt, das Niveau der Studien nach und nach zum Nachteil der praktischen Arbeiten zu heben. Der Beschluss, alljährlich die durch eine Prüfung als die besten bezeichneten Schüler nach Paris als

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