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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Das landwirtschaftliche Werk der Alliance
Date
1902-05-01
Page
Seite 178 (sequence 4)
Language
German
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— 178 — schaden kann — gegenseitig zu kontrollieren, und beide würden so das den Thatsachen entsprechende Resultat erreichen. Der die letzten fünf Spalten umfassende zweite Teil ist zweifellos schwieriger zu behandeln; es ist eine lange und heikle, aber interessante und alles in allem nicht unmögliche Arbeit. Wird eine solche Enquete gut geleitet, so springt deren Nützlichkeit und Wert in die Augen. Man würde in der Vergangenheit der Mikweh wie in einem aufgeschlagenen Buche lesen, und so ihre Rolle, die Dienste, die sie geleistet, abschätzen können. Die Thatsachen würden für sich selbst sprechen und jeder weiteren Erklärung entbehren können. Doch kann eine solche Enquete eben nur unter einer Bedingung ein volles Resultat ergeben: wenn sie ganz und gar unparteiisch geleitet werden würde. Es wäre nicht zu viel gefordert, wenn wir den Wunsch aussprächen, dass man eine Kommission damit betraue, diese Arbeit, welche als Grundlage für eine ganze Anzahl von Schlüssen dienen würde, sehr sorgfältig herzustellen. Die Aufgabe ist eine zu ernste und von zu grosser Wichtigkeit, als dass eine einzige Person, wer immer sie auch sein möge, im stände sein sollte, sie zu bewältigen. Selbstverständlich müsste das definitive Ergebnis veröffentlicht werden. Obwohl man diesbezüglich kein entscheidendes Urteil fällen sollte, bevor die in Frage stehende Enquete beendet ist, sei es doch denjenigen, die am laufenden sind, gestattet, ihre Meinung auszusprechen, um so mehr, als die Thatsachen ihren Behauptungen vollauf recht geben werden. Wir wissen, dass ein sehr kleiner Teil der in Mikweh ausgebildeten jungen Leute der Landwirtschaft treu geblieben ist. In welcher Proportion? Darüber könnte uns nur die vorgeschlagene Enquete genauen Aufschluss geben. Aber wir übertreiben sicherlich nicht, wenn wir behaupten, dass es nicht einmal zehn Prozent sind.*) Die übrigen betreiben einen kleinen Handel oder bekleiden irgend ein Amt. Wir wiederholen, dass unsere Behauptung auf direkter Beobachtung beruht und eher noch von der Wirklichkeit übertroffen wird. Man begreift sicherlich, dass diese Situation eine beunruhigende ist; wir wollen versuchen, den Grund derselben ausfindig zu machen. Worauf beruht dieser Misserfolg, dieses Verwerfen eines Berufes, für welchen man diese jungen Leute durch so viele Jahre vorbereitet? Wir wollen die Ursachen, die wir kennen, ihrer Wichtigkeit nach aufzählen: I. Landwirtschaftlicher Arbeitsmangel im Orient. Diejenigen, die den Orient studiert haben, wissen, dass es dort für wohlverstandene und wohlangewendete landwirtschaftliche Arbeit im allgemeinen wenig Gelegenheit giebt. Die jungen Leute, welche *) Es muss unterschieden werden zwischen denen, die irgend ein Amt in der Landwirtschaft einnehmen, und den wenigen, die die Erde mit ihren zehn Fingern bearbeiten. Der Zweck von Mikweh als Schule der praktischen Landwirtschaft ist es sicherlich nicht, Beamte, sondern wirkliche Arbeiter auszubilden.

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