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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 176

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Das landwirtschaftliche Werk der Alliance
Date
1902-05-01
Page
Seite 176 (sequence 2)
Language
German
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- 176 — Wir haben nicht die Absicht, die von Mikweh-Israel seit ihrer Existenz gemachten Fortschritte Schritt für Schritt zu verfolgen. Dies würde den Rahmen unserer Arbeit überschreiten. Wir wollen hier bloss ermitteln, inwiefern tür die seit ungefähr dreissig Jahren in dieser Anstalt sich bildenden jungen Leute der Aufenthalt in Mikweh-Israel nutzbringend war und welche Opfer man für ihre landwirtschaftlichen Studien gebracht hat. Auf diese Weise werden wir erfahren, ob der Weg, den man gewählt, der richtige ist und ob das Resultat dem Ziel des Werkes entspricht. Wir werden selbstverständlich in dieser Arbeit alles, was irgendwie mit unserem Thema zusammenhängt, in Erwägung ziehen. Diejenigen, welchen die Kosten und der Umfang von Mikweh- Israel unbekannt sind, werden sich einen Begriff von denselben machen, wenn sie erfahren, dass: 1. die Summen, die der Schule seit ihrer Gründung gespendet wurden, an zwei Millionen Francs betragen; 2. dass die Zahl der zugelassenen Schüler bis heute 500 übersteigt (wir haben nicht alle Jahresberichte zur Hand, doch glauben wir uns von den Thatsachen nicht zu sehr zu entfernen); 3. dass man im Laufe der letzten fünf Jahre den bereits bestehenden Gebäuden, welche ungefähr hundert Schüler fassten, weitere Bauten hinzufügte, um die Zahl der Schüler auf 250 und sogar 300 bringen zu können; demnach fünf Promotionen von je 50—60 Schülern. Im Jahre 1901 hatte Mikweh-Israel gegen 130 000 Frcs. Defizit; Djedeida 104 000 Frcs. Rechnet man Or-Jehuda dazu, so beträgt die Totalziffer des Defizits sicherlich 300 000 Frcs. Diese drei landwirtschaftlichen Schulen haben zusammen ungefähr 350 Schüler. Die Ausgaben betragen mehr als die Hälfte der Summe, welche die 109 von der Alliance unterhaltenen oder subventionierten Primärschulen mit 29 000 Schülern erfordern. Or-Jehuda wird vielleicht direkt von der J. C. A. administriert. Aber das ändert nichts an unserer Behauptung, da die J. C. A. doch auch die Defizite von Mikweh-Israel und Djedeida unter einer oder der anderen Form deckt. Daher stammen auch ohne Zweifel, wenn nicht ganz, so doch zum grossen Teile die 287000 Frcs., welche unter den Einnahmen der finanziellen Berichterstattung in der Rubrik „Subventionen der J. C. A." verzeichnet sind. Man wird uns beistimmen, dass diese Ziffern keine geringfügigen sind: zwei Millionen Francs gemachter Auslagen; 500 durch Mikweh- Israel allein für die Landwirtschaft ausgebildete oder auszubildende Schüler: für alle drei Schulen ein jährliches Budget oder vielmehr Defizit von 300 000 Frcs. Man hat also wohl Ursache, zu fragen, ob das landwirtschaftliche Werk der Alliance angesichts seiner Kostspieligkeit auch den moralischen Wert besitzt, den man nach den gebrachten Opfern und 30 Jahren angestrengter Arbeit zu fordern berechtigt ist. Wir wollen jedoch unsere Meinung jnicht ohne genaue Kenntnis der Sachlage aussprechen, und das Werk nach den erreichten Re- sultaten beurteilen. Zu diesem Zwecke werfen wir einen Blick auf den von der Mikweh-Israel zurückgelegten Weg.

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