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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 166

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Der Minsker Kongress
Date
1902-03-01
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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~ 166 — Zeit unter den Palästinatreunden die Nachricht von neuen Landkäufen kursiert, als wenn nur eine weitere Vermehrung des Geldes in der •Kasse konstatiert werden kann. Und was schliesslich die Frage betrifft, wie man ohne die Zustimmung des grossen Kongresses schon jetzt eine Aenderung in den Sammlungen für den Nationalfonds herbeiführen kann, so giebt es da Wege genug. Man kann die neuen Sammlungen vor allem darauf anlegen, dass sie zum Zwecke des Landkäufes (und unter der Voraussetzung der späteren Zuführung dieses Besitzes zum Nationalfonds) an das Odessaer Komitee überwiesen werden, und - auch das Nationalfondskomitee oder die Jüdische Kolonialbank in London dürften selbst zu dieser Transaktion die Hand bieten, sobald man sieht, dass die russischen Zionisten den Worten die That folgen lassen. Uebrigens können ja Vereine und Privatleute in vielen Fällen auch direkt Ländereien kaufen und an den Fonds über^ weisen resp. ihm reservieren, wie ja thatsächlich von einer Seite noch in. Minsk 200 Dunam Land an den Nationalfonds überwiesen wurden. Der zweite Beschluss von grosser Tragweite betrat eine fast Völlige Verschmelzung des Odessaer Komitees mit der zionistischen Organisation in Russland. Wo es dem Komitee oder den Zionisten an Vertrauensmännern fehlte, an solchen Orten sollen die Vertreter der anderen Richtung ihre Interessen mit vertreten. Das Odessaer Komitee hatte sich in den Hauptsachen mit den Zielen der russischen Zionisten- Organisation solidarisch erklärt, urid auch die Zugehörigkeit der meisten russischen Führer zu beiden Gruppen hatte viel dazu .beigetragen, ein erklärtes Zusammengehen dieser wichtigen Faktoren zu stände zu bringen. Schon von jeher hatten die russischen Zionisten auf den allgemeinen Kongressen ihrer grossen Mehrheit nach den^Tendenzen des Odessaer Komitees nahegestanden, und es ist ein bedeutsames Zeichen der Zeit, dass die russischen Zionisten jetzt für die russische Organisation zur That werden lassen, was sie auf den allgemeinen Kongressen in Form eines theoretischen Beschlusses nicht hatten durchbringen können. Es scheint zweifellos, dass sowohl die zionistische Organisation wie das Odessaer Komitee aus der Minsker Konferenz in hohem Maasse gestärkt 'Hervorgehen, und es steht zu erwarten, dass nach diesem Anfang in Minsk auch die Odessaer Konferenz, welche zu. Ende Oktober (russischen Stils — also Anfang November) tagen wird, 'die Palästina-Sache um einen weiteren wichtigen Schritt vorwärtsbringen werde. Eine weitere wichtige Palästina-Resolution war die. welche einer besseren und ernsthafteren Kenntnis Palästinas das Wort redete: Handelt es sich hier auch mehr um einen allgemeinen Wunsch als um ein bestimmtes Vorgehen in dieser Richtung,' so würde es doch klar genug, dass sowohl Führer wie Volk in der russischen Organa sation entschlossen sind, alles aufs thatkräftigste zu unterstützen und zu fördern, was der so nötigen besseren Kenntnis Palästinas dienlich sein kann. Auch in diesem Punkte ist es noch klarer geworden als schon bisher, dass die Hauptstärke der Palästina-Bestrebungen bei deri russischen Juden zu suchen ist. Zu den uns hier interessierenden Verhandlungen des Minsker Kongresses gehört1 schliesslich noch die — übrigens abgelehnte —■- Kultur-Resolution. Achad Haam's. Er beantragte, es solle in An-

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