Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Der Minsker Kongress
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 165 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- Minsk 1× ep/1000754
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— 165 — DER MINSKER KONGRESS. Von Bendavid. In den Tagen vom 4. bis zum 9. September haben die russischen Zionisten in Minsk eine Konferenz abgehalten, die fuizlich als Kongress bezeichnet werden kann. Nicht nur war die Zahl der Delegierten grösser als auf irgend einem der allgemeinen Zionisten-Kongresse — es waren 500 Delegierte aus allen Teilen Russlands erschienen, dazu an 50 Vertreter der Presse —, sondern auch die Art der Verhandlungen und die Wichtigkeit der Beschlüsse waren derart, dass eine Parallele mit den sonstigen zionistischen Landeskonferenzen ein falsches Bild geben würde. Ueberhaupt sind ja die Stärke Verhältnisse — sowohl in quantitativer als in qualitativer Beziehung — derartige, dass die Beschlüsse der russischen Zionisten für die allgemeine Bewegung obligatorisch sind. Diese Ueberzeugung hat der imposante Verlauf der Minsker Konferenz auch den russischen Zionisten selbst gegeben, so dass in Zukunft auch auf den allgemeinen Kongressen das westliche Kontingent kaum mehr über Gebühr zur Geltung kommen dürfte. Von den Beschlüssen der Minsker Konferenz interessieren uns hier hauptsächlich die folgenden: Es wurde nahezu einstimmig die Resolution angenommen, dass der Nationaifoncls nicht erst nach Erreichung eines bestimmten Minimums, wie es der Baseler Kongress gewollt hatte, sondern sofort aktionsfähig sein solle. Mit Recht wurde ausgeführt (von Israel Beikind und anderen), dass der sofortige Beginn des Landkaufes uns nicht nur Zeit gewinnen liesse, sondern auch der ganzen Kolonisationsbewegung neues Leben und neuen Mut einflössen würde, und dass es thöricht sei, mit den nötigen Geldern in der Tasche günstige Kaufangebote zurückzuweisen. Wenn der Eigentümer zu verkaufen wünscht, dann sei es Zeit zu kaufen und nicht, wenn nach jahrelangem Sammeln ein Fonds zusammengebracht sei, dessen verhältnismässige Grösse allein schon geeignet wäre, die Landpreise künstlich zu erhöhen. Die Gelegenheiten, die sich jetzt gerade in grosser Fülle bieten, dürften kaum wiederkehren, und unsere palästinensischen Freunde wissen es aus kostspieliger Praxis, wie schwer es sich rächen kann, wenn man Gelegenheiten zum Arrondieren von Koloniebesitz etc. ungenützt lässt. Es ist auch eine alte orientalische Erfahrung, dass, wer 500 Pferde oder 500 ha Land kaufen will, mehr bezahlen muss, als wer das Gleiche einzelweise und im Laufe längerer Zeit erwirbt. Zudem wird auch der Nationalfonds viel rascher wachsen, wenn von Zeit zu