Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Greater Palestine
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 158 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wie ein sonst ähnlicher Teil des türkischen Palästina. Kein Ein- •wanderungsverbot. Dagegen spricht: nichts Positives. Allenfalls nur die eigene mangelnde Kenntnis von dieser Gegend, welche uns aber auch bei den meistenTeilen des türkischen Palästina stören würde. Die Halbinsel Sinai. Als nahes Nachbarland von Bedeutung. Mineralreichtum scheint vorhanden, kommt aber zur Zeit noch nicht in Betracht. Kein Ein\vanderungsverbot. Dagegen spricht : der Wüstencharakter und die verhältnismässig grosse Ausdehnung des Landes bei vorläufig geringen natürlichen Hillsmitteln. Cypern. Historisch das jüdischste Land nach Palästina. An Fruchtbarkeit, Entwickelungsfähigkeit und Klima wie Palästina. Kein Einwand er ungs verbot. Dagegen spricht: nichts. Kleinasien. Durch seine Grösse und Bevölkerungsziffer weniger geeignet. Jedoch für eine Massenhilfe durch den Reichtum seines Bodens etc., durch sein Klima, welches dem der Auswanderungsländer ähnlicher ist, durch seine grosse Nähe zu diesen Auswanderungsländern und die entsprechende Billigkeit der Transportkosten von grosser Wichtigkeil. Dagegen spricht: das Einwanderungsverbot. ... Zu Obigem ist zu bemerken, dass gegen die unter türkischer Verwaltung stehenden Länder und für die unter anglo-ägyptischer die sich aus dieser Thatsache ergebenden bekannten Argumente sprechen. Was die Einwanderungsverbote betrifft, so ist hervorzuheben, dass diese Verhältnisse sich ja leicht ändern. Besonders bei Kleinasien sind, starke Möglichkeiten vorhanden, das Einwanderungs verbot in ein Einwanderungsreglement umzuwandeln. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, dass in der jüdischen Kolonisationspolitik die völlig uneingeschränkte Einwanderung in vielen Fällen ebenso hinderlich sein wird, wie ein Einwanderungsverbot. Weitaus das günstigste ist ein Einwanderungs-Reglement, welches nicht nur schädliche und erwerbsunfähige Elemente zurückhalten, sondern auch die Einwanderung des brauchbaren MenschenmaterialsdenVerhältnissen des Landes entsprechend regelt. Gerade bei Erschliessung neuer Länder und im Beginn einer Kolonisation sind solche Massregeln unbedingt notwendig. Um ganz klar auszudrücken, was mich veranlasst, von allen zu dem „grösseren Palästina" gehörigen Gebieten wiederum besonders auf Cypern hinzuweisen, betone ich, was ich zum Teil schon angedeutet habe, nochmals: Man hat das Cypern-Projekt zionistischerseits abgelehnt, weil Cypern nicht Palästina sei. — Wenn dies der wahre Grund war, weshalb nahm man dann keinerlei Notiz von meinem Hinweis auf El-Arisch, das unbedingt zum engsten Palästina .gehört? Sicherlich musste ich aus diesem Umstände schliessen, dass dem Argument gegen Cypern keine Bedeutung beizumessen sei. Und vollends eigentümlich wird die Haltung der Partei-Zionisten erscheinen, seit jetzt ausdrücklich Verhandlungen geführt werden um Teile und Nachbarländer Palästinas. Die zionistische Bewegung ist — weitaus in erster Linie — hervorgerufen durch die Judennot. Dieser unvermeidbaren Thatsache gegenüber wär es ein Verbrechen, wesentliche Gebietsteile der alten Judenheimat unberücksichtigt zu lassen, welche uns heute schon offen stehen. , Die Judennot lässt sich nicht behandeln wie ein Schachspiel