Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Greater Palestine
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 156 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 156 — halb des engeren Palästina plötzlich in das zionistische Aktionsgebiet mit einbezogen wird. Bin ich es doch gewesen, der (— nicht als Erster: dieser Ruhm gebührt unter den Neueren Nathan Birnbaum*), aber am nachdrücklichsten und übrigens unabhängig von dem genannten Autor—) auf die Notwendigkeit eines grösseren Palästina hingewiesen hat, gerade jetzt, so lange das engere Palästina uns noch' verschlossen ist. Ich habe seit dem ersten Kongresse immer und immer wieder auf die von mir als notwendig erkannte Vergrösserung des Landgebietes hingewiesen und habe bis zur Grenze des Möglichen für diese Idee gearbeitet. Aber die wenigsten haben mich verstanden, und die noch kleinere Anzahl derer, welche bereit gewesen wären, praktische Schritte in den von mir gezeigten Richtungen zu thun, wurden teils durch Partei-Disziplin und teils durch Schlimmeres (denn schon Parteidisziplin ist schlimm, wenn sie sich gegen den Kern ihrer eigenen Bestrebungen wendet) davon zurückgehalten. Ich wies auf Cypern hin — man antwortete mit Fanatismus und Verleumdungen. Ich zeigte in Kleinasien ein Abflussgebiet für die rumänische Auswanderung und half dort die Kolonien begründen, welche in dieser kurzen Zeit so ausserordentliche Resultate geliefert haben--man warf mir vor: ich wisse nicht, was ich wolle: „erst Cypern, jetzt Kleinasien". Ich wies aut Ei-Arisch hin, 1000 qm des engeren Palästina, etwa 1/SQ des ganzen Landes, ein Gebiet, das unter anglo-ägyptischer Verwaltung steht, Einwanderungsverbote nicht kennt und sicher die Aufmerksamkeit der Palästinenser verdiente —--- man schwieg die Sache tot. Niemand wollte verstehen — wenigstens in der Oeffentlichkeit nicht —, was ich doch von allem Anfang an klar ausgesprochen hatte, nämlich, dass ich nicht eine Anzahl verschiedener „Projekte** zu verschiedenen Zeiten vertrat, sondern, dass es immer die grosse Idee des grösseren Palästina war, die mich leitete —des grösseren Palästina, welches historisch und logisch und notwendig ist, und* dessen Notwendigkeit nun endlich auch in der zionistischen Parteileitung eingesehen zu werden scheint. Also: nicht ich werde Klage führen, wenn man die kleine, falsche, unhistorische, unlogische und hinderliche Politik des kleinsten Palästina nunmehr verlässt und auch von anderen Gebieten spricht — das mag Sache der grossen Menge derer sein, die mein grösseres Palästina für einen Verrat am Zionismus hielten. . . . wenn ich Klage führe, so ist es über die Art, mit der man nach dem engeren Palästina jetzt auch dem grösseren zu Leibe geht. Sollte man nicht meinen, die Herren seien mit Blindheit geschlagen, welche, nachdem sie die Notwendigkeit von Verhandlungen auch für andere Gebiete eingesehen haben, nun plötzlich und als erstes Kleinasien in Betracht ziehen, welches von Palästina an seinem nächsten Punkte etwa 400, an seinem entlegensten etwa 1100 km in der Luftlinie entlernt ist, während Cypern von Akka 240 km (von Beyrut 180, und von Latakie in Syrien gar nur 115 km) entfernt ist, und während El-Arisch — selbst ein Teil Palästinas — unmittelbar an dieses stösst. *) Siehe den oft von mir citierten Artikel „So lange es Zeit ist" in der „Jüdischen Volkszeitung" 3. April 1894, im wesentlichen Auszüge wiedergegeben im Leitartikel der Berliner „Israelitischen Rundschau" 16. August 1901.