Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 139 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379787-2379791-2380411--00266-2380494- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 139 — System Pasteur und zur Kontrolle der vom Auslande eingeführten Samen wurde die „Kaukasische Seidenzuchtstation" in Tiflis gegründet. Neben den grünen japanischen, im Lande reproduzierten Varietäten des Seidenwurmes werden bedeutende Mengen von weissen und gelben Rassen eingeführt. 1896 wurden von der Totalmenge der vom Auslande importierten Samen 97% (85000 Korten ä 30 g) von der Türkei, speziell von Brussa, 23/4°/0 (1900 Korten) von Frankreich und V4% (200 Korten) von Italien geliefert.1) 1899 existierten ca. 20 Dampffabriken zur Abwickelung der Kokons in Transkaukasien allein. TURKESTAN. In Turkestan wird die Seidenzucht in einer noch primitiveren Weise ausgeübt als im Kaukasus. Vorläufig hat hier die Seidenzucht nicht die Ausdehnung wie im Kaukasus. Aber durch die fruchtbaren Bemühungen der russischen Regierung entwickelt sich diese Industrie auch hier. Es wurden vier Stationen zur Erzeugung von Samen nach dem System Pasteur gegründet. Die Kenntnis der richtigen Methoden der Zucht wird durch Schulen ausgebreitet. So existiert eine praktische Seidenzuchtschule in Khokand schon seit 1894. Im Jahre 1896 wurden vom Auslande nach Samarkand 3900 kg Samen für einen Wert von 500 000 Rubel eingeführt. Die jährliche Produktion von frischen Kokons ist von 1 300 000 bis 1600 000 kg. Seidenspinnereien existieren so gut wie gar nicht. Durch die Einwohner selbst wird auf recht primitive Weise eine Seide von schlechter Qualität gewonnen. So wurden 1893 1200 Pud (ä 16 kg) Seide nach Russland und 2979 Pud nach Buchara exportiert.2) PERSIEN. * Der für Persien so wichtige Industriezweig erlitt seit 1858 (Auftreten der Pebrineseuche) einen starken Niedergang.3) Erst seit 1891 begann man aus der Türkei selektionierte Samen (System Pasteur) einzuführen. Der Seidenbau lebte auf, besonders in der Provinz Ghilan. Der Bodenwert, welcher bis jetzt stark gesunken war, erhob sich auf 50%. Die Geschäfte wurden lebhafter. In Persien werden gewöhnlich die Würmer in kleinen Installationen, Tilimbar genannt, aufgezogen, welche den Raum für zwei Kisten Samen gewähren. Zuerst lieferten die neuen, vom Auslande eingeführten Samen 25—31 kg frische Kokons pro Körte, ein Ertrag, der recht zufriedenstellend ist. Später aber ging dieser Ertrag bedeutend zurück, da die Qualität der fremden Samen schlechter wurde. Da das 'Land keine Spinnereien besitzt, so müssen die Kokons getrocknet und nach Marseille versendet werden. Seit 1894 wurden!) Rulletin de la Chambre de commerce francaise de Constantinople, No. 116, 1896. - 2) Semen ov, a. a. O. S. 157—158, B. Ch. C. C. (Bulletin de Chambre etc.) No. 88, 1894. No. 99, 1895. 3) Die Angaben sind dem Berichte von M. F. Conget, französischer Konsul in Teheran in B. C. C. C. No. 163, 1900 entnommen. 4*