Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 18)
- Language
- German
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- 140 - Trockenhäuser von Europäern eingerichtet, was eine Steigerung der Preise für Kokons zur Folge hatte. Die für den Seidenbau wichtigste Provinz Persiens, Ghilan, erzeugte schätzungsweise folgende Mengen frische Kokons: 1897: 2 587 200 kg 1898: 2 510 800 1899: 3 528 000 „ Diese drei soeben besprochenen Gebiete sind bezüglich des Seidenbaues ausserordentlich ausdehnungstähig, und zwar ist die Ausdehnung in zwei Richtungen wahrscheinlich. Zuerst wird durch rationellere Vorgänge in der Zucht selbst die pro Kiste erzeugte Kokonmenge bedeutend vergrössert werden können. Jetzt werden in Turkestan 8—10 kg Kokons pro Kiste Samen, in Persien und im Kaukasus etwas mehr gewonnen, während man in anderen Ländern 40—50 kg leicht gewinnt. Alsdann ist die räumliche Ausdehnung des Seidenbaues in diesen Ländern wahrscheinlich. Bedenkt man aber, dass diese Länder noch zu wenig für Kultur erschlossen sind, dass ihre Verbindung mit Europa eine sehr mangelhalte, die Bevölkerung, besonders in Persien und Turkestan. eine wenig unternehmende ist, so wird man sagen müssen, dass die Steigerung der Produktivität dieser Länder in Seide nur eine langsame sein kann. WEST-EUROPA. Wir beginnen die Prüfung der westeuropäischen Produktionsgebiete mit dem allerwichtigsten, d. i. mit Italien. ITALIEN. Italien produzierte irf den Jahren 1895—1899 folgende Mengen von Seide 1895 1896 1897 1898 1899 Mittel von % der Welt- 5 Jahren produküon 3132000 3083000 2916000 2992600 3363000 3097320 ca. 20% Wir sehen also, dass Italien fast soviel Seide erzeugt, wie Japan ausführt. Italien nimmt in der Versorgung der europäischen und amerikanischen Märkte die dritte Stelle ein. Ihm kommen voran China mit 41 %, Japan mit 21 °/0. Der Seidenbau wird in Italien hauptsächlich im Kleinbetriebe ausgeübt. Ein Züchter erzieht gewöhnlich nicht mehr als 2 Unzen ä 30 Gramm Samen. Im Jahre 1895 waren es in Italien nicht weniger als 550048 Züchter, welche 1004167 Unzen brüteten und 411520131kg frische Kokons erhielten. Der Ertrag war durchschnittlich 40,96 kg pro-Unze. Aber ein Jahr früher, 1894, war der Ertrag bedeutender. Im Jahre 1896 wurden nur 840600 Unzen ausgebrütet,- sie lieferten aber 41182000 kg frische Kokons, d. i. ein Ertrag von 48,99 kg pro Unze!1) Im Jahre 1899 war die Totalproduktion des Königreichs 41557000 kg frische Kokons, welche zum Preise von 4 Frcs. pro Kilo verkauft wurden. Es bedeutet einen Wert von 166 228000 Frcs. *) B. C. C. C. No. 114, 1896, No. 127, 1897.