Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
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- 126 — ARABISCHE NEUPFLANZUNGEN. Man gab sich auch darüber Rechnung" in Palästina ab. Es wurde wieder zu Maulbeerbaumpflanzungen gegriffen, aber nicht seitens der Juden. So setzt der Besitzer von Mias-Mas, eine halbe Stunde südlich von Zichron-Jacob, fort, den Boden mit grossen Ausgaben für neue Pflanzungen umzuwühlen. So werden in derselben Weise bei Jäadschur, auf dem Wege von Haifa nach Nazareth, ebenso bei Dschedda Vorbereitungen zu neuen Anpflanzungen getroffen. Dieselben Besitzer vergrössern ihre Pflanzungen in der Nähe von Cabri, zwischen Akka und Ras-en-Nakura. Es mag hier angebracht sein zu bemerken, dass in Palästina wie im Libanon es immer die christlichen Bauern sind, die sich mit dem Seidenbau abgeben. Die muslimischen Bauern, trotzdem sie manchmal zwei Frauen besitzen, scheinen sich für nicht fähig zu halten, die Aufzucht des Seiden wurm es zu einem glücklichen Ende führen zu können, da diese Arbeit mehr Intelligenz und Ausdauer erfordert als körperliche Kraft. Wenn wir nun von neuem die Seidenzucht für unsere Kolonien empfehlen, so wird man uns zweifellos fragen, worauf wir unseren Rat gründen, wodurch wir ihn rechtfertigen wollen. Die Seidenkrise, die wir signalisierten, welcher Art sind ihre Ursachen, wie hat sie abgeschlossen? Haben wir nicht etwa eine baldige vernichtende Wiederkehr derselben zu befürchten? Wir wollen versuchen, die Zahlen auf diese Fragen antworten zu. lassen. DIE SEIDE AUF DEM WELTMARKTE. Wie auf so vielen anderen Gebieten, hat uns die letzte Pariser Ausstellung von 1900 auch auf dem Gebiete des Seidenbaues neue Bahnen gewiesen. Auf dem während der Ausstellung stattgehabten VI. Agrikultur-Kongresse war es Laurent de l'Arbousset, der bekannte Redakteur des „Bulletin sericole de France", gewesen, der in einem Berichte über die Zukunft des Maulbeerbaumes die Seidenfrage ausführlich und erschöpfend behandelte und sie in ihrer gegenwärtigen Gestalt uns vorstellte.1) An der Hand seiner Auseinandersetzungen wollen wir hier die uns interessierende Flage beleuchten. Die von Laurent de l'Arbousset aufgestellten Behauptungen wurden zum grossen Teil von uns in ihren Quellen nachgeforscht. Noch vor etwa zehn Jahren, führt Laurent de TArbousset aus, waren die Docks von London, Marseille, das Magazin general von Lyon, die Caisse d'epargne von Mailand von Seide überfüllt. Zugleich gab es sehr bedeutende Partien davon im fernen Osten, in Canton, Shanghai und Yokohama, die die europäischen Märkte zu erdrücken drohten. Eine natürliche Folge davon war es, dass die Preise für Seide und Kokons mächtig heruntergedrückt wurden. Zu allererst reagierten auf diesen Preisniedergang Frankreich und Spanien; letzteres mit Ausnahme der Provinzen Murcia und Valencia. *) l/avenir de la culture du murier par Laurent de FArbousset, VI. Congres internationale d'agriculture. Paris, 1900.