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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 106

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Über den Nutzen einer theoretischen Vorbereitung der Palästina-Kolonisation
Date
1902-03-01
Page
Seite 106 (sequence 3)
Language
German
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— 106 — alles auf eine Karte gestellt ist. Darin liegt die Stärke des Kleingrundbesitzes dort, wo er stark ist. * * * Es bestand früher in der Landwirtschaft ein Vorurteil der Praktiker gegen geschulte Agronomen, bis man sich überzeugte, dass diese besser wirtschaften. Ebenso nun, wie der Rat der Agronomen für den Bauern heute unerlässlich ist, ebenso braucht der Agronom den des Agrarpolitikers. Und uns Juden geziemt das Vorurteil gegen eine wissenschaftliche Erforschung Palästinas und eine systematisch begründete Leitung des künftigen Ansiedlungswerkes am allerwenigsten. Hätte Moses nicht die gesamte Wissenschaft der Aegypter und Chaldäer in sich aufgenommen, er hätte -nie eine staatliche Mustergründung geschaffen; und wenn wir Juden heute noch leben, so haben wir es sicherlich in erster Linie der Wissenschaft und ihrer Anwendung durch unsere Vorfahren zu verdanken. Für alle diejenigen, die sich mit der Sozialhygiene der Juden beschäftigt haben, ist dies eine unumstössliche Wahrheit. * * ■ * Aber auch das Beispiel anderer Völker soll für uns lehrreich und anregend sein. Deutschland ist ein Boden, auf dem wir sehr viel lernen können. Wenn die Deutschen sich heute auf der ganzen Erdkugel so energisch ausbreiten, wenn ihre landwirtschaftlichen Ansiedlungen ebenso wie ihre kommerziellen und industriellen Unternehmungen unter allen Himmelsstrichen Erfolge zu verzeichnen haben, so verdanken sie dies zum grossen Teile dem Umstände, dass sie ihre Volkswirte, ihre Professoren als Pioniere vorausschicken. Wie im Kriege, so siegen sie auch im ökonomischen Kampfe durch ihre Lehrer. Wer die Werke eines Sering, Semmler, Mayer u. a. über die nordamerikanische Konkurrenz kennt, der weiss, was für ungeheure Vorteile diese ebenso praktischen als wissenschaftlichen Erforschungswerke den Deutschen gebracht. Und niemandem ist es unbekannt, dass die Deutschen uns sogar auf unserem ureigensten Gebiete, auf dem von Palästina, Syrien und der umliegenden Länder, im Erforschungswerke vorangegangen sind. Ein eigener „Deutscher Verein zur Erforschung Palästinas" ist bereits im Jahre 1878 gegründet worden und hat im Laufe seines vierundzwanzigjährigen Bestehens an meteorologischen und landwirtschaftlichen Beobachtungen, geographischen Aufnahmen und Aufdeckung der alten Kultur anlagen Bemerkenswertes geleistet. Neben den Arbeiten dieses Vereins ist im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe von Werken ähnlicher Art erschienen, ich nenne nur die von Prof. Theobald Fischer, Oberhummer, Kaerger,; Kannenberg, Herrmann, Rohrbach, zum Teile Sammelwerke von Gelehrtengruppen, die eine eminente praktische Bedeutung haben.*) * * * *) Vergl. „Die Arbeiten des deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas von 1878—3 897." Ein Bericht, erstattet vom geschäftsführenden Ausschuss, Leipzig 1897; Prof. Theobald Fischer „Die Zukunft Palästinas" in der „Geogr. Zeitschrift" 1898;

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